Bischof Dröge, wie bewerten Sie diese Attacke?
Ich finde es erschütternd, dass ein kirchlicher Ort angegriffen worden ist, an dem ein erfolgreich arbeitendes Begegnungszentrum entstanden ist.

In Jüterbog gibt es dank dieser Arbeit eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Wer so einen Ort angreift, handelt menschenverachtend und trifft die Gesellschaft insgesamt.

In einer ersten Reaktion haben Sie erklärt, Politiker trügen eine Mitverantwortung. Warum?
Wer als Politiker in der Öffentlichkeit verächtlich über Flüchtlinge spricht, und Flüchtlingshelfer als "nützliche Idioten" bezeichnet, sollte einmal gründlich in sich gehen. Wer so handelt, sollte dringend darüber nachdenken, ob er nicht dazu beiträgt, dass die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft insgesamt steigt.

Trotzdem erlebt die AfD, deren Vorsitzender Alexander Gauland solche Zitate gebrauchte, in Brandenburg derzeit Zulauf: Mehr als 13 Prozent der Bevölkerung würden sie bei der nächsten Landtagswahl wählen. Was ist aus Ihrer Sicht zu tun?
Wir müssen deutlich machen, dass die Alternative für Deutschland derzeit keinerlei konstruktive Politik macht. Stimmungsmache allein und extreme Rhetorik sind noch keine Politik.

Mit Bischof Markus Dröge sprach Benjamin Lassiwe