Die Schau setze sich dabei kritisch mit dem von Werbung und Medien ausgelösten Streben nach Schönheit auseinander, sagte Direktor Klaus Vogel am Freitag in Dresden. Damit führe das Museum nach Sex und Glück seine Reihe von Ausstellungen fort, die sich den großen Fragen der menschlichen Existenz widmeten. Bis zum 2. Januar 2011 zeugen knapp 280 Exponate, darunter Leihgaben aus aller Welt, vom Drang der Menschheit nach Schönheit und Versuchen, ein Ideal festzuschreiben und zu erreichen. Die Schau gebe zwar keine Antworten, aber "einige spannende und überraschende Hinweise", betonte Vogel. "Schönheit und Ästhetik begegnen uns heute überall", sagte Kuratorin Doris Müller-Toovey von der Agentur Klotz. Das sonst für die Filmbranche arbeitende Team hat fünf Themenbereiche inszeniert. Die Ausstellung blickt hinter die Kulissen der Werbeindustrie ebenso wie in die Welt der Schönheitsoperationen und in die Geschichte der Schönheit. Die Palette der Exponate reicht von Dürers Körperzeichnungen über Lippenstifte aus den 1920er-Jahren bis zur Gegenwart, Marianne-Büsten sowie Koffer und Schärpe der ersten Miss Germany von 1927, Hildegard Quandt, bis zu Aufnahmen der Fotografen Martin Schoeller, Herlinde Koelbl, Rosemarie Trockel oder Cindy Sherman. "Die Besucher erfahren, wie Schönheit als gesellschaftliches und individuelles Phänomen entsteht und wie sie Menschen dazu motiviert, ihr Leben zu formen", sagte Müller-Toovey. "Es ist bedenklich, dass der Trend zur Korrektur am eigenen Körper bei sehr jungen Menschen stark zunimmt", sagte sie mit Verweis auf eine Studie, die an einer Wand präsentiert wird. Demnach würden 40 Prozent der deutschen Mädchen unter 18 etwas an ihrer Figur ändern lassen, wenn sie eine Schönheitsoperation geschenkt bekämen. Von Auswüchsen des Schönheitswahns zeugen Fotos und Interviews mit Schönheitschirurgen. Zwei Filme entlarven die gängigen Praktiken der Werbe- und Medienindustrie zur Herstellung von Schönheit durch Stylisten und digitale Bildbearbeitung. Die Versuche, Körper und Schönheit zu reglementieren, belegen historische Dokumente. Ein Gehirn-Modell zeigt, welche Areale aktiv sind, wenn Gesichter, grafische Muster und Musik hinsichtlich ihrer Attraktivität bewertet werden.dpa/mb