Das Bedürfnis, der gefallenen Soldaten zu gedenken, wurde immer wieder geäußert. Sie sollten einen angemessenen Ort zur Erinnerung und Würdigung erhalten. Familienangehörige und Kameraden initiierten schließlich den "Wald der Erinnerung" bei Potsdam. Rund zwei Jahre später wird er an diesem Samstag feierlich eröffnet. Etwa 800 Gäste werden dazu in Geltow (Potsdam-Mittelmark) auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr erwartet. Bundespräsident Joachim Gauck will einen Kranz niederlegen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird zu den Gästen sprechen. Im Mittelpunkt werden vermutlich jedoch die Worte anderer stehen: Tanja Menz, deren Sohn Konstantin am 18. Februar 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben kam, gehört zu den Rednerinnen. Ein Kompaniefeldwebel, in dessen Einheit am Karfreitag 2010 drei Soldaten bei einem schweren Taliban-Angriff in Nordafghanistan getötet wurden, möchte an seine Kameraden erinnern.

Die neue Gedenkstätte, für die bis zu zwei Millionen Euro veranschlagt waren, steht laut Bundeswehr nicht in Konkurrenz zum zentralen Ehrenmal unter den Linden in Berlin. Sie ist an das Konzept der "Friedwälder" angelehnt und soll vor allem der individuellen Trauer- und Gedenkkultur der Hinterbliebenen sowie der Kameraden Raum geben.

Auf dem Areal mit einer Fläche von etwa 4500 Quadratmetern gibt es fünf Elemente. Dazu gehören ein "Ort der Stille" und der "Weg der Erinnerung". Dieser wird gesäumt von sieben Stelen mit den Namen von 103 Soldaten und einer Soldatin, die im Einsatz gestorben sind, erklärte Projektoffizier Bernd Richter. Aber auch Hinterbliebene von Bundeswehrangehörigen, die andernorts den Tod fanden, erhalten einen Trauerbereich. "Sie können sich einen Baum aussuchen und an diesem eine individuelle Plakette mit dem Namen der Toten anbringen, schilderte Richter.

Herzstück der Gedenkstätte sollen die Ehrenhaine aus fünf Einsatzgebieten - darunter die aus Afghanistan und Bosnien - sein. Sie wurden auf dem Areal wieder errichtet. In einem Informationsgebäude werden zudem Fotos von den Ehrenhainen im Einsatzgebiet gezeigt.

Für den Bund Deutscher Veteranen ist der neue Ort ein "weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur konstruktiven Auseinandersetzung der Bundesregierung mit den Folgen der Auslandseinsätze der Bundeswehr". Er sei für die Soldaten von enormer Bedeutung, sagte Verbandssprecher Markus Beckmann. Umsetzung und Konzept wirkten durchdacht, dies gelte insbesondere für die Integration der Ehrenhaine. "Nach unserem Wissen gibt es im europäischen Raum keinen vergleichbaren Gedenkort", so Beckmann.