"Es ist notwendig, Opel komplett vom Mutterkonzern General Motors abzukoppeln." Wegen der schwierigen internen Verrechnungen im Konzernverbund sei kaum zu verhindern, dass zu viel Geld in die USA fließe. Das sei nach seinem Eindruck auch in der Vergangenheit so gewesen. "Mit massiven Benachteiligungen der Adam Opel AG ist zu rechnen." Als Pluspunkt für den Autohersteller nannte der Professor die Rolle des Betriebsrats, der die Mannschaft zusammenhalte und sich professionell verhalte. Das lasse erwarten, dass mögliche Einschnitte von der Belegschaft mitgetragen würden. "Vor Opel liegt kein leichter Weg." Technologisch sieht der Experte Opel aber nicht auf der Höhe, erklärte Meinig. Das Unternehmen hätte zwar einige gute Entwicklungen, sei aber bei den Zulieferern nicht als besonders technologie- und zukunftsorientiert bekannt. Eine andere Sichtweise hat der Frankfurter Autoanalyst Christoph Stürmer. Seiner Meinung nach könnte innerhalb von vier Wochen ein neues Unternehmen rund um den Autohersteller Opel gegründet werden. Die Abgrenzung zum Mutterkonzern könnte so gestaltet werden, dass auch eine Insolvenz der Mutter keine unmittelbaren Auswirkungen auf die europäische Tochter hätte, sagte der Experte des Frankfurter Wirtschaftsforschungsinstituts Global Insight am Montag. Stürmer sieht erhebliches Potenzial bei einer selbstständigen Europa-Gesellschaft. "In der bisherigen Konstruktion hat nichts zusammengepasst. Das war wie ein Auto mit fünf Rädern." So sei beispielsweise der bei anderen Herstellern sehr maßgebliche Ergebnisbeitrag der Finanzierungstochter immer direkt in die USA abgeflossen. Bei den Entwicklungsleistungen sei die Adam Opel GmbH für den Konzern in erhebliche Vorleistungen getreten, die bislang nicht komplett erstattet seien. Das Produktionsnetzwerk von Opel schätzt Stürmer als effizient ein, möglicherweise mit Ausnahme der Fahrzeugmontage in Bochum. Auch von der Entwicklungsleistung her sei Opel konkurrenzfähig. "Die Ingenieure verstehen sehr viel vom Leichtbau mit konventionellen Materialien. Opel-Fahrzeuge sind intelligent und einfach gebaut." Besonders positiv wäre es aus seiner Sicht, wenn im Zuge der Reform "der Wasserkopf in Zürich" abgebaut und das Management nach Rüsselsheim verlagert würde. dpa/kr