Herr Minister, die Zustimmung der Linken für den weiteren Tagebau Welzow Süd II hat die Partei bei der jüngsten Landtagswahl reichlich Stimmen gekostet. Stehen Sie weiter dazu?
Das Braunkohleverstromungsfenster wird sich schießen - bloß nicht gleich, sondern mittelfristig bis 2040. Da bin ich mir sicher. Und bis dahin müssen wir den Strukturwandel in der Lausitzer Region im Interesse der Menschen und zukunftsfähiger Arbeitsplätze abgeschlossen haben. Der Wandel hat ja schon begonnen: Bei Neuansiedlungen sind in den vergangenen Jahren wichtige Investitionen in den Bereichen Maschinenbau, Papierindustrie, Chemie und natürlich im Bereich der erneuerbaren Energien auf den Weg gebracht worden.

Nun prüft Vattenfall den Verkauf der Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke - ändert das die Energiepolitik des Landes Brandenburg?
Das ist eine dramatische Entwicklung. Vattenfall hat dort gutes Geld verdient und verdient auch nach wie vor. Und genau deshalb ist der Vattenfall-Konzern verpflichtet, den Strukturwandel in der Region weiter zu begleiten. Ich finde, man kann sich nicht so einfach aus dem Staub machen. Ich erwarte, dass der Konzern die Verträge, die Revitalisierung und Rekultivierung der Bergbauflächen festschreiben, erfüllt. Wer denkt, er könnte die Lasten mal einfach so weitervererben, wird sich täuschen.

Fordern Sie einen Rücktritt Vattenfalls von seinen Verkaufsabsichten?
Ich bin dagegen, dass Vattenfall die Braunkohlesparte verkauft. Vattenfall soll seine Verträge erfüllen und sich weiter in der Lausitz engagieren. Wer sagt, er möchte sich jetzt auf grüne Energie konzentrieren - na bitte, wir haben da genügend Potenziale. Das können sie, sie müssen es nur tun.

Wie wollen Sie Vattenfall konkret dazu bewegen, die Verkaufspläne aufzugeben?
Wir werden auf Einhaltung der Verträge dringen.

Mit Christian Görke sprach Klaus Peters