(bob) Im Sächsischen Landeskriminalamt (LKA) ist die Aufregung am Freitagmorgen groß. „Das Verhalten der Beamten ist vollständig inakzeptabel, im höchsten Maße verantwortungslos und an Dummheit kaum zu überbieten“, klagt LKA-Präsident Petric Kleine. Hintergrund ist ein Bericht des Magazins Focus. Demnach soll sich ein Beamter des LKA aus Sachsen zur Tarnung für den Großeinsatz rund um den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin den Namen des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gegeben haben. Der Name tauchte auf einer Liste auf, die zur Vorbereitung  für erforderliche Zugangskontrollen erstellt wurde. „Der Name sollte aus Sicht der eintragenden Beamten für ein Zutritts- und Berechtigungsdokument genutzt werden. Dies wurde durch die einsatzführende Dienststelle unterbunden, ausgewertet und gemeldet“, teilt das LKA am Freitagmorgen mit.

Zwei Polizisten, die in den Eklat verwickelt waren, wurden noch am Nachmittag aus Berlin abgezogen. „Ihnen wurde in der unmittelbaren Folge die Führung der Dienstgeschäfte untersagt. Im Rahmen des bereits eingeleiteten Disziplinarverfahrens wird die Entfernung der Beamten aus dem Dienst angestrebt“, so das LKA.

LKA-Präsident Kleine betonte, dass er sich ausdrücklich bei den Betroffenen der NSU-Morde für dieses Verhalten der Polizisten entschuldige.

Türkischer Präsident Erdogan in Berlin Frostiger Empfang und klare Worte

Berlin