Sie sind der Jüngste im Kabinett. Wie nervös macht Sie das neue Amt„
Nervös macht mich dieser Einschnitt nicht. Ich gehe mit gespannter Erwartung und Neugier in das Ministerium. Der hohen Verantwortung möchte ich dadurch gerecht werden, dass ich mich sorgfältig einarbeite und nicht verlerne, gut zuzuhören. Schließlich übernehme ich ein gut geführtes Haus mit enormem Sachverstand. Und meine Berufung als jüngster Minister sehe ich auch als Verpflichtung, junge Politiker nachzuziehen. Aufgabe der CDU ist es, sich in der Regierung zu erneuern.

Bei den Themen Landwirtschaft und Umwelt sind Sie bisher nie aufgefallen. Wie wollen Sie da bis 2009 punkten“
Umwelt und Landwirtschaft sind spannende Zukunftsaufgaben mit einer großen Schnittmenge, etwa beim globalen Klimawandel, der grünen Wirtschaft, der Energiefrage und nicht zuletzt der gesunden Ernährung. Daher können wir ein starker Partner für die Landwirtschaft sein und zugleich eine umweltgerechte, wirtschaftliche Entwicklung voranbringen. Diese Herausforderung sollten wir als CDU nicht anderen überlassen, sondern unser Wählerpotential in den Städten zurückgewinnen.

Aber Bauern sind eine andere Klientel als Akademiker. . .
Dass Vertrauen der Landwirte muss ich mir sicher erst erarbeiten, indem ich auf sie zugehe und für sie eintrete. Meinem Vorgänger Stanislaw Tillich ist man anfangs mit Zurückhaltung begegnet, aber heute genießt er bei den Bauern großen Respekt.

Es gibt Kritik in der CDU, dass zwei Ostdeutsche durch Wessis ersetzt werden. Haben sie Ver-ständnis„
Meine Familie stammt aus Leipzig und Magdeburg. Im Übrigen zählt nicht die Herkunft, sondern die Leistung für das Land.

Sie haben gefordert, dass sich nach der Kabinettsumbildung substanziell etwas an der Regierungsarbeit ändern muss. Was folgt nun“
Die größten Baustellen sind das Kommunikations- und das Koordinierungsproblem. Die sind mit der Berufung von Michael Sagurna gut gelöst. Nun müssen wir uns auf die Kommunalwahlen 2008 einstellen und einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des ländlichen Raumes legen.

Mit ROLAND WÖLLER
sprach Sven Heitkamp