Der in Cottbus lebende Evan Christ (45), für den "beides möglich war", zeigt sich tief traurig, "dass so viele Leute in Amerika kein Vertrauen mehr in die Politik haben". Sie seien seit Jahren unzufrieden, was in dem Votum der Älteren für Trump zum Ausdruck komme, sagt der Generalmusikdirektor des Staatstheaters Cottbus. Für ihn ist das Ergebnis "ziemlich historisch" und er hofft, "dass ich mit meinen großen Sorgen falsch liege".

Mark Hauchwitz (37) aus Falkenberg/Elster nimmt das Wahlergebnis mit Schrecken auf. Seit 2003 lebt und arbeitet er mit Greencard in Newport Beach/Kalifornien. "Ich habe Hillary die Daumen gedrückt, sie ist intelligent und pragmatisch. Jetzt sind meine Freunde und ich geschockt. Wir können es noch gar nicht glauben, dass Trump gewonnen hat", sagt der Lausitzer, der demnächst die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen will.

Der seit 2001 in Bärenklau (Spree-Neiße) lebende Leon Mangasarian (56) schreibt gerade an einem Buch zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Für ihn ist nach Trumps Wahlkampfauftritten klar, dass Deutschland künftig mehr Führungsverantwortung in Europa und der westlichen Welt übernehmen muss. Ansonsten sagt der Ex-Journalist klar und deutlich: "Wer behauptet zu wissen, was Trump in Zukunft macht, der ist ein Lügner."

"Ich war echt überrascht, dass sich Trump durchsetzen konnte", gibt Nick Bruneteau (24), Verteidiger der Eishockey-Füchse Weißwasser, zu. "Die Meinungsumfragen hatten ein anderes Bild gezeichnet. Aber wahrscheinlich haben sich viele Trump-Sympathisanten nicht öffentlich äußern wollen."

Die 28-jährige Christin Gray hat den Wahlabend bis 3 Uhr nachts vor dem Fernseher verbracht. Vor neun Jahren ist sie der Liebe wegen von Senftenberg nach Pennsylvania gezogen. "Das Wahlergebnis hat mich sehr überrascht. Ich bin gespannt, was Trump im Land verrichten wird." Obwohl er für sie keinesfalls ein Sympathisant ist, setzt sie jetzt Hoffnungen in Trumps Regierung. "Vielleicht ändert sich jetzt wirklich etwas, zum Beispiel in Sachen Gesundheitssystem", sagt die gelernte Zahnarzt-Assistentin.

Karin Floto (55) aus Herzbergs Partnerstadt Dixon (Illinois), in Deutschland geboren und seit mehr als 30 Jahren in den USA, zum Wahlausgang: "Persönlich finde ich beide nicht sehr gut, habe dann aber mehr zu Clinton tendiert, weil ich glaube, dass sie besser für die USA gewesen wäre. Trump ist zu arrogant. Ich glaube nicht, dass er diplomatisch mit anderen Ländern verhandeln kann. Die meisten Leute, mit denen ich spreche, denken auch so." Karin Floto arbeitet im Gefängnis und ist Mitglied des Partnerschaftskomitees Herzberg-Dixon.

Felix Lindner (27) aus Bad Liebenwerda, wohnt in Detroit und arbeitet dort im Management von Continental: "Mein Gefühl war es, dass Amerikaner nicht unbedingt ‚für‘ Trump waren, aber absolut ‚gegen‘ Hillary Clinton. Ich habe niemanden getroffen, der sich wirklich für sie erwärmen konnte. Hillary ist zu steif, glatt gebügelt."

Zac Christian, amerikanischer Footballspieler bei den Cottbuser Crayfish ist entsetzt und sagt am Tag der Wahl: "Ich denke, Donald Trump hat keine Ahnung, wie Amerika funktioniert. Er wird das Land zerstören."