Herr Dulig, wir reden bei den Lausitzer Seen immer noch von Zwischennutzung. Ist die Endnutzung schon in Sicht?
Die Sanierung ist ein komplexes Verfahren, man kann das nicht auf den Zeitpunkt genau planen. Vor der Hacke ist es dunkel, sagt der Bergmann.

Wir wollten einfach erstmal Rechtssicherheit haben und Schritt für Schritt dafür sorgen, dass eine Nutzung jetzt schon möglich ist. Die neue Rahmenvereinbarung ist der Interessenausgleich zwischen allen Beteiligten und ermöglicht es, nicht warten zu müssen, bis alles fertig saniert ist.

Unter den vielen Seenländern, die es in der Republik schon gibt, wie kann die Lausitz punkten?
Ich bin mir sicher, dass die Region sehr gut auf Tourismus setzen kann. Wenngleich wir hier in einer traditionellen Energiewirtschaftsregion sind. Wir müssen heute schon an morgen denken. Da reden wir auch über den Tourismus. Der wird auch wirtschaftlich immer attraktiver. Die Zahlen sind nach oben gegangen.

Warum läuft es im Neuseenland südlich von Leipzig trotzdem besser?

Man kann die Regionen nicht vergleichen. Es ist doch ein Unterschied, ob ich ein Neuseenland in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt habe mit einer starken Stadt-Umland-Anbindung. Da verbringen auch viele Leipziger ihre Wochenenden. Deshalb sind die mit ihrem Nutzungskonzept auch bereits viel weiter. Hier in der Lausitz haben wir die Fortschreibung des regionalen Entwicklungs- und Handlungs-Konzepts im März fertiggestellt, jetzt geht es um die Umsetzung. Man kann sich eher noch mal ein paar Impulse aus der Leipziger Region holen, was da gut läuft und was nicht, um auch von diesen Erfahrungen zu profitieren.

Ist die Lausitz schon eine Marke, mit der auch der Bayer, Baden-Württemberger, Nordrhein-Westfale etwas anfangen kann?
Die Attraktivität der Lausitzer Seenlandschaft hat natürlich zugenommen, auch durch verschiedene Marketinginstrumente. Ich erinnere an die schwimmenden Häuser, die für großes Interesse gesorgt haben.

Man achtet über die regionalen Grenzen sehr wohl darauf, was passiert hier mit den Tagebaufolgelandschaften. So viele gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem muss man realistisch an das Tourismus-Marketing rangehen. Es geht darum, dass man größere Pakete schnürt und Alleinstellungsmerkmale für eine Region ausfindig macht.

Mit Martin Dulig

sprach Christine Keilholz