Auslöser für die Diskussion war ein Vorfall im November 2008. Bei einen Gedenkmarsch für die Opfer der Pogromnacht im Nationalsozialismus griffen Teilnehmer einen Polizisten an, der einen Pullover von "Thor Stei nar" trug. Sie hätten ihn für einen Neonazi gehalten, sagten sie danach. Die Marke "Thor Steinar" gilt als Erkennungszeichen bei Rechtsextremisten. Glietsch betonte damals in einem Interview, natürlich rege er sich über solche Beamten auf. Derartige Auftritte seien ein Schlag ins Gesicht der Polizei. Nun folgte die behördliche Dienstanweisung. Es sei in "höchstem Maße ansehensschädigend", wenn Polizisten "auch nur den Anschein erwecken", rechtsextremistischen Einstellungen nahe zu stehen, schreibt die Behörde an ihre Beamten. Gerade sie müssten sich "besonders sensibel" verhalten, auch bei Kleidung, die der rechtsex tremen Szene als Merkmal dienen.Für erregte Diskussionen sorgte daraufhin sowohl die Liste der verbotenen Marken, als auch die Frage, ob solche Kleidervorschriften überhaupt zulässig seien. "Fred Perry" sei keine Nazi-Marke, sondern seit Jahren überall verbreitet, riefen die einen. Andere argumentierten, die der Polizei ebenfalls untersagte englische Marke "Lonsdale" unterstütze antifaschistische und multikulturelle Projekte, um ihr Image zu ändern. Tatsächlich soll "Lonsdale" in der Szene inzwischen an Ansehen verlieren.Die Gewerkschaft der Polizei und die Berliner CDU lehnen die schwarze Liste ab. Nun lassen sich Neonazis zwar weder an Turnschuhen noch ausschließlich an T-Shirts erkennen. Aber Kleidungsmarken wie "Pit Bull" oder "Troublemaker", die ebenfalls aufgelistet sind, geben in Kombination mit bestimmten Abzeichen, Frisuren oder Schuhen klare Hinweise auf die ex tremistische Szene.Die Polizei entgegnet daher: Die Auswahl berücksichtige die "bevorzugte Kleidung" von Rechtsextremisten, aber nicht, "ob sich der Hersteller mit der Szene identifiziert oder sich von ihr distanziert". Für Ergänzungen sei man durchaus offen.