"Dabei wäre der Bürger in Uniform ein verlässliches Frühwarnsystem zur Erkennung von Extremismus von links und rechts." Das Aufleben der Wehrpflicht sei daher nicht nur aus Sicherheitsaspekten notwendig. "Unsere Zivilbevölkerung ist auch das Immunsystem gegen Demokratiefeindlichkeit."

Sensburg ist aktiver Reserveoffizier im Rang eines Oberstleutnants und schlägt in regelmäßigen Abständen vor, die Wehrpflicht wieder einzuführen. Sie war zum 1. Juli 2011 nach 55 Jahren ausgesetzt worden, weil die Bundesregierung keine sicherheitspolitische und militärische Begründung mehr dafür sah. Der Pflichtdienst ist aber weiterhin im Grundgesetz verankert und kann mit einem einfachen Gesetz wiedereingeführt werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte als Reaktion auf die Affäre um Terrorverdacht in der Bundeswehr umfassende Reformen in den Streitkräften in Aussicht gestellt. Sie kündigte eine Überprüfung der Wehrdisziplinarordnung an sowie ein Programm "Innere Führung heute".

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte, von der Leyen trage die volle Verantwortung für die Rechtsextremismus-Affäre. Es sei ein handfester Skandal, dass sich "braune Terror-Nester" ohne Wissen der Verantwortlichen und des Militärischen Abschirmdienstes bilden konnten.