Als einzige Bedingung verlangte sie, dem Schatz einen außergewöhnlichen Rahmen für die künftige Präsentation zu schaffen. Von 2008 an soll das Gebäudeensemble eine der wertvollsten Mineraliensammlungen der Welt aufnehmen.

Speicher, Fast-Ruine, Museum
"Das Schloss war lange ein Schandfleck in der Stadt", sagt Oberbürgermeistern Uta Rensch (SPD). Noch ist die imposante Anlage, deren Geschichte weit ins 12. Jahrhundert zurückreicht, eine Baustelle. Als die Dimension des Aufwandes deutlich wurde, aus der Fast-Ruine ein Museum zu gestalten, schlugen Pessimisten die Hände über dem Kopf zusammen. Optimisten sahen die Schönheit des Schlosses mit seiner wechselvollen Geschichte, das zuletzt als Speicher diente.
Universität, Stadt, mehrere sächsische Ministerien und das Regierungspräsidium zogen an einem Strang. Die Gesamtinvestition liegt bei 35 Millionen Euro. Die Eigenmittel der Stadt belaufen sich auf rund 6,5 Millionen Euro, der Rest wird gefördert. Durch einen glücklichen Umstand konnte die Stadt das zwischenzeitlich an eine Projektgesellschaft gegangene Schloss - es sollte ein Hotel entstehen - 2003 wieder zurückkaufen.

Arbeiten an der Außenhülle
Der Fortgang der Arbeiten auf dem 8800 Quadratmeter großem Areal ist augenfällig. Derzeit ist die Außenhülle dran: Gearbeitet wird an Dächern, Fassaden und Fenstern. Innen herrscht noch der Rohbauzustand. "Was erhaltenswert ist, soll erhalten bleiben", heißt es bei der Stadt.
Das alte Gemäuer bot die einmalige Gelegenheit, ein neues Domizil für das aus allen Nähten platzende Sächsische Staatsarchiv/Bergarchiv zu schaffen. Der ursprüngliche Plan von einem neuen Archiv auf der grünen Wiese konnte damit ad acta gelegt werden. Aus sechs Jahrhunderten sollen unter anderem knapp 5000 Meter Akten und Bergbücher, mehr als 100 000 Karten, Pläne und Risse, etwa 63 000 Fotos sowie mehr als 18 000 Bände im Schloss Freudenstein unterkommen.
Anziehungspunkt werden aber die mehr als 81 000 Mineralien sein, die in gut 50 Jahren aus aller Welt zusammengetragen wurden. Einige Stücke der phänomenalen Sammlung, die weltweit ihresgleichen sucht, sind schon in Freiberg angekommen. In speziellen Ausstellungen waren schon einige der außergewöhnlichen Schätze zu bewundern. "Es sind wunderschöne Exponate darunter", schwärmt Oberbürgermeisterin Rensch, die Mineralien der Sammlung schon sehen durfte. Touristen und interessierte Sammler fragen schon nach, ab wann sie selbst die Kostbarkeiten in Augenschein nehmen können.

"Wunderschöne Exponate"
Der Zeitplan wird eingehalten und im zweiten Halbjahr 2008 wird Eröffnung von Schloss Freudenstein gefeiert, ist man in Freiberg sicher. Die mittlerweile 87-jährige betagte Spenderin überzeugte sich auch selbst vom Fortgang der Arbeiten. Oberbürgermeisterin Rensch: "Sie war zufrieden."