Seit vielen Jahren hilft die Hollywood-Legende bei der spendablen Aktion vor dem Thanksgiving-Feiertag in dem Armenviertel Skid Row mit Ehefrau Anne mit. Wenige Tage zuvor wurde der ergraute Star mit dem markanten trotzigen Grübchenkinn als Wohltäter bei einer Benefiz-Gala für Kinder in New York gefeiert. Dazu brachte er Sohn Michael und Schwiegertochter Catherine Zeta-Jones mit. Im vorigen Februar erntete der Schauspieler als Preisverleiher auf der Oscar-Bühne reichlich Applaus. Gebeutelt vom Alter und einem Schlaganfall genoss er sichtlich seinen Auftritt und trieb Scherze mit seinem Gehstock. Vor zwei Jahren trat er mit seiner Ein-Mann-Show „Before I Forget“ (Bevor ich es vergesse) auch noch auf die Theaterbühne. Mit dem 90-minütigen Stück wolle er Bilanz ziehen und zeigen, wie sich sein Leben nach einem schweren Schlaganfall Mitte der 90er-Jahre verändert habe, hatte er vorab gesagt.

In seinen Filmen hatte Douglas eine Vorliebe für Bösewichte, Draufgänger und schmutzige Helden. Drei Mal wurde er für den Oscar nominiert: für die Rolle des rücksichtslos-ehrgeizigen Boxers in „Champion“ (1949), für den machtbesessenen Filmproduzenten in „Stadt der Illusionen“ (1952) und für sein intensives Künstlerporträt „Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft“ (1956). Erhalten hat er 1996 den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Insgesamt spielte Douglas in mehr als 80 Filmen mit. Mit einer Videobotschaft hatte sich Kirk Douglas Anfang August beim Internationalen Filmfestival in Locarno überraschend zu Wort gemeldet. Anlass für den Gruß war die Retrospektive zu Ehren des Regisseurs Vincente Minnelli (1903-1986), mit dem der Star mehrfach zusammengearbeitet hatte, etwa in „Vincent van Gogh“. Augenzwinkernd bedauerte er, in diesem Jahr nicht in Locarno dabei sein zu können. Und lächelnd fügte er hinzu: „Aber vielleicht im nächsten Jahr!“