Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht für Deutschland einen Ansporn, seine Klimaschutzvorhaben schnell voranzubringen. "Paris verleiht unseren Klimaschutzzielen in Deutschland zusätzlichen Rückenwind", sagte sie am Montag in Berlin. Es sei völlig klar, dass sich Deutschland spätestens bis Mitte des Jahrhunderts von fossilen Energieträgern verabschieden müsse. "Sozialverträglich kann das möglicherweise natürlich schneller gehen", fügte Hendricks hinzu. Das Thema Kohle wird auch Teil des deutschen Klimaschutzplans 2050 sein, der laut Hendricks bis Mitte 2016 vom Kabinett beschlossen werden soll.

Naturgemäß etwas anders sieht man das in der Lausitz. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) erklärte zu den Pariser Ergebnissen, dass es für einen Kurswechsel in der Brandenburger Energiepolitik keinen Grund gebe. "Auch eine Stilllegung des Kraftwerks Jänsch walde rettet das Weltklima nicht", sagte Gerber. Man werde den Ausbau Erneuerbarer Energien fortsetzen, aber nicht ad hoc aus der Kohle aussteigen.

Sozialdemokraten aus Cottbus und dem Spree-Neiße Kreis hatten bereits am Freitag in einer Resolution die Umweltministerin der eigenen Partei in einer Resolution ermahnt: "Lassen Sie die Hände von der Braunkohle!"

Die brandenburgische Grünen-Politikerin Annalena Baerbock erklärte hingegen: "Wer wie die Bundesregierung in Paris eine Begrenzung der Erderwärmung von "deutlich unter zwei Grad unterschreibt, muss konsequent raus aus der Kohle".

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