Saarlouis und Eisenhüttenstadt feiern eine Art Silberhochzeit: Zum 25. Jubiläum der ersten deutsch-deutschen Städtepartnerschaft sind am Wochenende Vertreter beider Städte im ostbrandenburgischen Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zusammengekommen.

60 Teilnehmer erkundeten die Oderstadt und ihre Umgebung. Darunter waren 26 Gäste aus Saarlouis mit dem amtierenden Oberbürgermeister Roland Henz (SPD) an der Spitze. Höhepunkt des Treffens war am Samstagabend eine Festveranstaltung mit Kulturprogramm. Zuvor war eine Schau mit Fotos von Bürgern aus beiden Städten im Städtischen Museum eröffnet worden.

An dem Treffen nahmen auch Initiatoren der Städtepartnerschaft, wie der ehemalige DDR-Bürgermeister von Eisenhüttenstadt, Werner Viertel, teil.

„Bei unseren vielfältigen Begegnungen ist die in den vergangenen Jahren gewachsene Verbundenheit der Menschen beider Städte zum Ausdruck gekommen“, sagte die Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt, Dagmar Püschel (Linke) am Sonntag.

Sie gehörte zu den ersten Eisenhüttenstädtern, die im Sommer des Jahres 1986 noch vor der Unterzeichnung des Vertrages mit dem Volkschor nach Saarlouis fahren durfte.

Die spektakuläre Städtepartnerschaft wurde am 19. September 1986 besiegelt. Dieses bis dahin beispiellose Ereignis verstärkte bei den DDR-Bürgern die Forderung nach mehr Reisefreiheit in den Westen. Seit 25 Jahren treffen sich Vereine, Gruppen und Bürger beider Städte, die wichtige Standorte der Stahlindustrie sind. Über die erste DDR/BRD-Städtepartnerschaft 1986 hatten sich der damals amtierende DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker und der damalige saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine (damals SPD, heute Linke) verständigt.