Kühn fordert deshalb einen Stopp von Neubauten an Bundesstraßen in Sachsen. Projekte wie die Umfahrung Pirnas auf der B172 oder die Umfahrung Freibergs auf der B101 sollten aufgegeben werden.

Gar nicht erst angefangen werden sollte der rund 360 Millionen Euro teure Neubau der B87 zwischen Leipzig und Torgau, die nach Ansicht Kühns nicht mehr gebraucht wird. "Substanzerhalt muss endlich vor Aus- und Neubau gehen", so der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion. Indes hat das Haus von Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) diese Projekte für den Verkehrswegeplan des Bundes angemeldet.

Die Grünen halten dies angesichts schrumpfender Bundesmittel für nicht finanzierbar. "Morlok muss endlich damit brechen, unrealistische Projekte für den Bun-desverkehrswegeplan anzumelden", erklärt die Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen. Anstelle einer "weiteren Wunschliste im Straßenbau" solle der Minister sich darauf beschränken, die realisierbaren Schienenprojekte Chemnitz-Leipzig, Dresden-Görlitz und Plauen-Bad Brambach-Cheb auf den Verkehrswegeplan zu setzen. Für unrealisierbar halten Kühn und Jähnigen den angedachten Erzgebirgstunnel für die Neubaustrecke Dresden-Prag.

Das Haus Morlok hat indes bei den Staatsstraßen bereits gestrichen. Im Landesverkehrsplan fallen 72 von ursprünglich 139 Neubauprojekten weg.