Herr Woidke, als der Ministerpräsident Sie gefragt hatte, SPD-Fraktionschef zu werden, hatten Sie Bedenkzeit. Wie lange haben Sie diesmal überlegen dürfen?
Der Rücktritt von Rainer Speer kam letztlich doch überraschend. Für mich wurde es ein sehr kurzer Übergang.

Sie bedauern den Rücktritt des Innenministers?
Sehr sogar. Natürlich weiß ich, dass seine ruppige Art nicht überall akzeptiert wurde. Aber ich bin mit ihm gut ausgekommen und habe ihn als strategisch denkenden Politiker schätzen gelernt. Er wird eine Lücke hinterlassen, die schwer auszufüllen sein wird.

Aber die Vorwürfe gegen Rainer Speer waren massiv . . .
Für mich hat es eine Kampagne gegen ihn gegeben, die ihresgleichen sucht. Dass er nach Angriffen auf seine Privatsphäre die Konsequenzen gezogen hat, um Schaden von unbeteiligten Dritten abzuwenden, kann ich nachvollziehen.

Wären Sie lieber Fraktionschef geblieben?
Ja, das sage ich frei heraus. Die Arbeit im Landtag hat mir Spaß gemacht. Und ich hatte zunehmend das Gefühl, dass auch die Abgeordneten immer besser mit mir zurechtgekommen sind. Schade, dass die Zeit viel zu kurz war.

Bleibt es mit Innenminister Woidke bei der eingeleiteten Polizeireform?
Diese Reform ist nicht personengebunden. Sie ist notwendig. Es muss uns gelingen, bei knapper werdenden Mitteln bis zum Ende des Jahrzehnts Strukturen in Brandenburg zu schaffen, die uns Gestaltungsräume erhalten.

Wer wird Ihr Nachfolger als Fraktionschef?
Das wird sich bis zur nächsten Woche entscheiden. Es gibt mehrere Kandidaten.

Was verändert sich für Sie noch?
Ich bedauere, als Innenminister meine Mandate im Spree-Neiße-Kreistag und im Forster Stadtparlament zurückgeben zu müssen. Aus rechtlichen Gründen.

Mit Dietmar Woidke

sprach Christian Taubert