Wenn am 7. Oktober der neue bayerische Landtag zusammentritt, wird sie nicht mehr im Parlament sitzen. Die 56-Jährige hat keine Partei gefunden, die sie auf eine Liste setzt. Im aktuellen Landtag meldete sie sich als fraktionslose Abgeordnete nur sehr selten zu Wort - und wenn, dann löste sie Kopfschütteln aus. Bei der Haushaltsdebatte 2012 beispielsweise beklagte sie das Fehlen eines "liebevollen göttlichen Gedankens".

"Der Sturz des Königs" hat Pauli das entscheidende Kapitel in ihrer Biografie genannt, die sie gerade vorgelegt und mit dem Titel "Die rote Rebellin" versehen hat. Damals, 2007, war Pauli auf dem Höhepunkt ihrer politischen Karriere. Deutschlandweit war sie bekannt, weil sie als streitbare Fürther Landrätin dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber die Stirn bot - und weil sie Vorwürfe erhob, die Staatskanzlei habe sie bespitzeln lassen. Pauli war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und die schwelende CSU-Führungskrise eskalieren ließ. Im Herbst 2007 war Ministerpräsident Stoiber Geschichte.

Nach diesem politischen Erdbeben machte Pauli Schlagzeilen mit der Forderung nach einer Ehe auf Zeit, die im siebten Jahr automatisch enden sollte. Unvergessen sind ihre Fotos mit Latexhandschuhen in Domina-Manier im inzwischen eingestellten Magazin "Park Avenue". Als Pauli nach dem Sturz Stoibers 2007 für den Parteivorsitz gegen Horst Seehofer und Erwin Huber kandidiert, bekommt sie nur 2,5 Prozent. Dann tritt sie aus der CSU aus. Und schafft doch 2008 den Sprung in den bayerischen Landtag - auf dem Ticket der Freien Wähler. Nachdem die Freien Wähler bei der Europawahl 2009 an der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kündigt Pauli an, eine eigene Partei zu gründen - und wird aus der FW-Landtagsfraktion geworfen. Ihre eigene Partei, die Freie Union, ist inzwischen in der Versenkung verschwunden. Bei den Freien Wählern hat sie wieder angeklopft und sogar bei der CSU. Doch keiner will sie.