986,7 Millionen Euro hat der Deal in die Stadtkasse gebracht - das ist knapp das Dreifache von dem, was der Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr an neuen Krediten aufgenommen hat.
Eine Prognose, wann Sachsen einmal schuldenfrei sein könnte, wagt in der Politik niemand. Die schwarz-rote Koalitionsregierung des Freistaates hat sich aber immerhin zum Ziel gesetzt, im Jahr 2008 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Dann müssen aber immer noch enorme Summen aufgebracht werden, um Kredite zu tilgen. Ende vergangenen Jahres lag die Pro-Kopf-Verschuldung im Freistaat bei 2822 Euro - das machte in der Summe rund zwölf Milliarden Euro.
"Auch nach 2008 sollen keine neuen Schulden mehr aufgenommen werden", betont Finanzminister Metz. Wie ehrgeizig dieses Vorhaben ist, verdeutlicht ein Blick auf die vereinbarten sinkenden Einnahmen aus dem Solidarpakt von 2009 an. Dann nämlich werden die Aufbau-Ost-Zuweisungen für den Freistaat um jährlich knapp 200 Millionen Euro reduziert. In diesem Jahr kommen aus diesem Topf noch rund 2,73 Milliarden Euro in die Kassen von Land und Kommunen. Und 2019 ist Schluss mit dem Solidarpakt, dann muss der Osten wie vereinbart eigentlich auf eigenen Füßen stehen. Keine weitere Neuverschuldung bis dahin: "Das ist ein sehr hohes Ziel", sagt der Minister.
Darüber, dass Sachsen mit seinem Konsolidierungskurs Spitzenreiter im Osten ist, will Metz nicht viel reden. Dabei sprechen Zahlen wie die Pro-Kopf-Verschuldung Bände: Im Nachbarland Sachsen-Anhalt etwa stand statistisch gesehen jeder Einwohner Ende 2005 mit 7747 Euro in der Kreide. In den anderen neuen Ländern lagen die Summen zwischen 6200 und 6400 Euro. Besser als Sachsen war nur Bayern mit einem Wert von 1852 Euro. Metz' Schweigen hat gute Gründe: "Primus" Sachsen hat in der vergangenen Zeit einigen Gegenwind zu spüren bekommen. Beifall für die Pläne zur Begrenzung der Verschuldung gab es im Osten zum Beispiel nicht.
Im Gegenteil: Sachsens Widerstand gegen Bemühungen, die Kriterien für die Verwendung der Gelder aus dem Solidarpakt aufzuweichen, hat etwa in Thüringen und Sachsen-Anhalt nicht viel Freude ausgelöst. Sachsen ist das einzige neue Bundesland, das die Milliardenhilfen für Investitionen im vergangenen Jahr richtig eingesetzt hat - um den teilungsbedingten Nachholbedarf bei der Infrastruktur abzudecken. Mit Schelte gegen die anderen Ost-Länder hält sich Sachsen angesichts der Verteilungskämpfe ums Geld mittlerweile generell zurück. Auch, damit der Solidarpakt nicht erneut infrage gestellt wird.
"Ich gehe davon aus, dass wir bis 2019 durch die ordnungsgemäße Verwendung der Solidarpaktgelder unsere Infrastruktur so aufgebaut haben, das es keine Unterschiede zwischen Ost und West mehr gibt", sagt Metz. Bis dahin sei der Osten, Sachsen eingeschlossen, auf die Solidarität der Geberländer angewiesen. Er hofft auf Nachahmer und zeigt sich zuversichtlich, dass auch die anderen neuen Länder - wie jüngst zugesichert - weitere Sparanstrengungen unternehmen. Sein Ministerkollege Jens Bullerjahn (SPD) aus Sachsen-Anhalt verkündete, dass sein Land es bis 2010 schaffen will, die Neuverschuldung auf Null zu fahren.