Sócrates war von 2005 bis 2011 Regierungschef. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn auch wegen Geldwäsche und Korruption. Schon am Samstagabend hatte sich Sócrates fünf Stunden lang im Gericht für Strafsachen aufgehalten. Nach seiner Festnahme am Freitagabend verbrachte er zwei Nächte in einer Polizeizelle.

Nach seiner Festnahme wurde aus dem einstigen Hoffnungsträger der Nation - deshalb auch "Portugals Obama" genannt - das Gegenteil. Beobachter fürchten, dass der Skandal womöglich sogar die politische Stabilität aufs Spiel setzt.

Der gelernte Bauingenieur war als Ministerpräsident im März 2011 zurückgetreten, nachdem seine Minderheitsregierung im Parlament des Euro-Krisenlandes keine Mehrheit mehr für harte Sparmaßnahmen hatte finden können.

Neben Sócrates wurden im Rahmen der Ermittlungen auch ein Unternehmer, ein Anwalt und der Fahrer des Ex-Regierungschefs festgenommen. Die Ermittlungen seien "anlässlich einer Mitteilung einer Bank" aufgenommen worden, ließ die Staatsanwaltschaft wissen. Es würden Bankgeschäfte und Geldtransfers "ohne bekannte Rechtfertigung" untersucht, hieß es.

Nun könnte Sócrates sein luxuriöser Lebensstil fern der Heimat zum Verhängnis werden. Wie Medien unter Berufung auf die Ermittler enthüllten, wird etwa untersucht, wie Sócrates sich in Paris seit 2011 eine 250-Quadratmeter-Luxuswohnung im vornehmen 16. Bezirk leisten konnte. Und er soll auf Geheimkonten 20 Millionen Euro haben .