Der RUNDSCHAU liegt der vertrauliche Abschlussbericht des Innenministeriums zum "Projekt Tragschrauber" vor - VS "Nur für den Dienstgebrauch". Das Papier empfiehlt den Kauf und die Einführung der Fluggeräte in den Polizeidienst. "Das Projekt ist weltweit auf Interesse gestoßen", heißt es in dem Bericht zum Abschluss der Erprobung unter realen Polizei-Einsatzbedingungen. Danach haben sich die Tragschrauber "als polizeiliches Einsatzmittel der dritten Dimension bewährt". Sie seien eine "innovative, sichere und kosteneffiziente Ergänzung zum Polizeihubschrauber", so das Fazit. Der Bericht empfiehlt konkret den Kauf von drei Gyrocoptern - die Kosten betragen rund 180 000 Euro - und die Zusatzqualifizierung von acht bis zehn Polizisten zu Piloten. Die Gyrocopter sollen dezentral stationiert werden. Beim Praxistest 2008 war der Test-Polizei-Gyrocopter regulär Streife in den Schutzbereichen Brandenburg an der Havel und Teltow-Fläming geflogen. Nach den dort gesammelten Erfahrungen taugt er laut Bericht etwa zur Verkehrsüberwachung auf Autobahnen, wo er Elefantenrennen von "Brummis" oder nicht ordentlich fixierte Ladungen an die Autobahnpolizei meldete, aber auch zur Entdeckung von in Feldern versteckten Cannabis-Plantagen oder zur Überwachung von Waldgebieten wegen wachsender Holzdiebstähle. Der Gyrocopter habe zudem etwa über Wasser schon bei den Testflügen das "Verhalten der Sportbootführer beeinflusst", oder schon mal aufgeklärt, ob ein Rechtsextremer auf seinem Gehöft eine Sonnenwendefeier plante.Für die Gewerkschaft der Polizei dagegen bleibt es trotzdem ein "überflüssiges Luxusprojekt", sagt Landeschef An dre as Schuster. "Aufwand und Nutzen stehen in keinem Verhältnis." Tatsächlich werden Nachteile eher nebenbei erwähnt: So kann der Gyrocopter nur zwischen März und Oktober, tagsüber und bei Temperaturen über vier Grad Celsius fliegen. Man erkenne von oben keine Nummernschilder, Aufnahmen seien nicht gerichtsfest. Für vereinzelte Einsätze seien die Tragschrauber vielleicht sinnvoll, sagt Schuster: "Aber da kann sich die Polizei einen mieten."