2004 wurde er schließlich in Paris gefasst. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung und Vorteilsannahme im Zusammenhang mit zwielichtigen Rüstungsgeschäften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber. Pfahls galt als eine der Schlüsselfiguren in der Affäre rund um Schmiergelder, schwarze Kassen und Anderkonten, die sich bis in höchste CDU-Kreise zog.

Im August 2005 verurteilte ihn das Landgericht Augsburg zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Seine Strafe im Zusammenhang mit der Schreiber-Affäre hat er verbüßt. Trotzdem muss der frühere CSU-Politiker am heutigen Mittwoch erneut vor Gericht. Trotz massiver Schulden soll er laut Anklage seinen Gläubigern hohe Vermögenswerte verschwiegen haben. Neben ihm gibt es acht weitere Angeklagte, darunter auch den skandalumwitterten Geschäftsmann Dieter Holzer. Rund 3,7 Millionen Euro schulde Pfahls allein der öffentlichen Hand, erklärte die Augsburger Staatsanwaltschaft im Frühjahr.

Nach dem Prozess 2005 galt Pfahls als mittellos. „Mein Mandant steht vor dem Nichts“, hatte sein Anwalt erklärt, was Pfahls auch eidesstattlich versicherte. Die Schmiergelder weg, das Vermögen verschwunden und die Pension gepfändet. Alles falsch, befand die Staatsanwaltschaft 2010 und ließ Pfahls, seine Frau und fünf weitere Beschuldigte kurz vor Weihnachten festnehmen.

Vier Millionen Euro soll der ehemalige CSU-Politiker nach Ansicht der Staatsanwälte mithilfe geschickter Transaktionen verschleiert haben. Holzer und die übrigen Mitangeklagten sollen ihm dabei geholfen haben, so die Anklage. Die Liste an Straftaten, die im Raum stehen, ist lang: Bankrott, Steuerhinterziehung, falsche Versicherung an Eidesstatt, Erpressung, Betrug – und die Beihilfe dazu. Angeklagt sind neben Pfahls auch seine Ex-Frau und seine Ehefrau. Genaueres soll erst zu Prozessbeginn bekanntwerden, wenn die Anklageschrift verlesen wird. Bis dahin gelte das Steuergeheimnis, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Augsburg, Karl-Heinz Haeusler.