Bettina Bunge, die Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG), sprach am Dienstag von einem "Pegida-Effekt" und einem Imageverlust für die sächsische Landeshauptstadt aufgrund der fremdenfeindlichen Parolen. Das habe auch eine repräsentative Markenstudie gezeigt.

Deutsche Gäste bleiben weg

"Menschen haben sich in dem Zeitraum bewusst gegen einen Dresden-Besuch entschieden und ihre Privat- oder Geschäftsreise abgesagt, wie wir von Veranstaltern und Branchenvertretern wissen", sagte Bunge. Vor allem bei Gästen aus dem Inland macht sich demnach die Zurückhaltung bemerkbar: 2015 sank die Zahl ihrer Übernachtungen um 5,1 Prozent auf rund 3,4 Millionen.

Bei Touristen aus dem Ausland konnte Dresden dagegen punkten. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 6,1 Prozent auf insgesamt rund 879 000. Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählen demnach die USA, Schweiz und Österreich. Dagegen brachen die Übernachtungen aus Russland wegen des Rubelverfalls und der Wirtschaftskrise um knapp 28 Prozent ein.

2015 sei für alle ein schwieriges Jahr gewesen, räumte Bunge ein. Umso wichtiger sei es, dass sich Dresden als weltoffene Stadt positioniere.

"Clausnitz"-Rufe bei Pegida

Unterdessen fanden sich auch am Montagabend in Dresden Pegida-Anhänger zur Kundgebung zusammen und solidarisierten sich mit den Anfeindungen gegen Flüchtlinge im mittelsächsischen Clausnitz. Pegida-Wortführerin Tatjana Festerling lobte den "Mut der Bürger" in dem sächsischen Dorf. Von den Anhängern wurde dies mit "Clausnitz"-Rufen und Beifall quittiert. Festerling bezeichnete Flüchtlinge als "skrupellose Invasoren" und warf ihnen vor, Kindertränen zu instrumentalisieren.

Am vergangenen Donnerstag hatte eine wütende Menge die Ankunft von Flüchtlingen in Clausnitz (Osterzgebirge) blockiert und mit dem Ruf "Wir sind das Volk" ihre Ablehnung gegen die deutsche Asylpolitik bekundet.

Festerling tat das ab. "Wer gerade angeblich schwerst traumatisiert aus Kriegszonen kommt, werde mit Menschen, die ,Wir sind das Volk" rufen, locker fertig", sagte sie unter dem Beifall ihrer Anhänger. Laut "durchgezählt" waren bis 3000 Anhänger zur Kundgebung erschienen.