Die Beamten machen mit ungewöhnlichen Methoden Jagd auf Räuber von Handtaschen, die es auf hilfsbedürftige alte Menschen abgesehen haben.
Das Phänomen Handtaschenraub ist nach Polizeiangaben nicht zu unterschätzen. Jede zwölfte bearbeitete Raubstraftat in Deutschland ist ein solches Verbrechen. Das Bundeskriminalamt registrierte im vergangenen Jahr 4774 dieser Fälle in der Bundesrepublik, im Jahr 2000 waren es sogar 5595. Besonders betroffen sind wegen der Anonymität Großstädte, 2001 gingen etwa in Leipzig 136 Anzeigen ein. Nach Einschätzung der Kriminalisten sind mehr als 90 Prozent der Opfer ältere Frauen. "Die Täter erwarten von ihnen keinen großen Widerstand, weil sie sich nicht mehr so gut wehren können", sagt Jürgen Schwitzke, Erster Kriminalhauptkommissar beim Leipziger Raubkommissariat.
Für sie sind die Folgen eines Überfalls oft besonders gravierend. Knochenbrüche nach Stürzen kommen immer wieder vor. Manchmal sind die Folgen so gravierend, dass die Opfer sie nicht überleben. "Den Räuber erwartet dann eine Anklage wegen Raubs mit Todesfolge und eine mehrjährige Haftstrafe", sagt Kriminalhauptkommissar Gerd Janietz.
Daran denken die Räuber bei ihren Überfällen jedoch nicht. Sie wollen schnell zu Geld kommen. "Die Täter sind fast immer Männer zwischen 16 und 25 Jahren und häufig drogenabhängig", sagt Schwitzke.
Mit den Überfällen hören sie erst auf, wenn sie von der Polizei gefasst werden. Manchen Räubern weisen die Kriminalisten mehr als 30 Delikte nach.