Die Stadt droht in die Hände der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu fallen. Khalil hat in Kobane gegen die Extremisten gekämpft. Jetzt hat er sich in den türkischen Grenzdistrikt Suruc abgesetzt.

Fast alle Zivilisten sind aus Kobane und den umliegenden Dörfern geflüchtet. Die Grenzstadt ist zu einem Symbol des verbissenen Kampfes geworden. Khalil ist in Gedanken bei seinen Kameraden von den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), die immer noch gegen die Eroberung und Entvölkerung ihrer Dörfer kämpfen. Nur mit leichten Waffen stellen sie sich der viel besser ausgerüsteten Dschihadisten-Armee entgegen.

In Kobane scheint die Lage aussichtslos. Immer mehr YPG-Kämpfer ziehen sich über die Grenze zurück. Viele sind schwer verwundet und dem Tode nah. Die Kurden bringen eine Frau, eine Kämpferin, in ein Krankenhaus. Sie hat es am schlimmsten erwischt. Man bringt sie sofort in einen OP. Eine Stunde später die Nachricht: Die Frau ist tot. In der Zwischenzeit rasen immer mehr Krankenwagen auf den Parkplatz. Die Helfer eilen mit Tragen durch die Türen. Darauf liegen verletze Kämpfer, beinahe genauso viele Frauen wie Männer.

Einige der Kurdenkämpfer beten. Sie bitten Gott, er möge die Amerikaner schicken, damit sie die IS-Extremisten niederbomben. Andere verfluchen ihr Schicksal, den vergebens scheinenden Kampf. Sie wollen wissen, warum die Türkei und der Westen nicht mehr tun, um ihnen zu helfen. Ein Mann schreit sich Wut und Frust von der Seele: "Wir wollen, dass die USA den IS angreift und keine Gnade zeigt."

Khalil berichtet über die militärische Ausrüstung der Kurdenkämpfer, die hauptsächlich aus Sturmgewehren russischer Bauart besteht. "Wir haben in Kobane nur mit AK-47 gekämpft." Mit den schweren Waffen des IS konnten sie nicht mithalten.