Wenige Stunden vor jener Krisensitzung war der prorussische ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch nach prowestlichen Massenprotesten aus Kiew geflohen. Er habe damals angewiesen, Janukowitsch vor dem "sicheren Tod" zu retten, sagte Putin.

"Es waren großkalibrige Maschinengewehre aufgestellt dort, um nicht lange zu sprechen. Wir bereiteten uns vor, ihn über Land, über Wasser oder durch die Luft aus Donezk rauszubringen."

Am Abend des 23. Februar 2014 beendete Putin dann gemeinsam mit dem deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach feierlich die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Janukowitsch hatte mehrfach bestätigt, dass Moskau ihm nach dem Machtwechsel in Kiew zur Flucht verholfen hatte. Nach einem umstrittenen Referendum auf der Krim am 16. März 2014 hatte Putin den Beitritt der Schwarzmeer-Halbinsel zu Russland unterzeichnet. Die Ukraine sieht darin einen Bruch des Völkerrechts. Eine Beteiligung russischer Soldaten an der Abspaltung hatte Putin mehrfach eingeräumt. "Für Russland hat die Krim große zivilisatorische und sakrale Bedeutung. So wie der Tempelberg in Jerusalem für jene, die sich zum Islam oder Judentum bekennen", hatte er etwa als Grund dafür genannt.

Die Halbinsel ist seit Jahrzehnten auch Sitz der russischen Schwarzmeerflotte. Vor einem gestern begonnenen Nato-Seemanöver mit deutscher Beteiligung im Schwarzen Meer waren in der Region auch russische Schiffe und Flugzeuge gesichtet worden. Diese hätten aber "alle internationalen Regeln" eingehalten, sagte US-Konteradmiral Brad Williamson der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zufolge.