Im NSU-Ausschuss am vergangenen Freitag hatte der Brandenburger Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg die Frage gestellt, ob es diese Gruppe je gegeben habe oder ob nicht der Verfassungsschutz dahinter gesteckt habe. Eine Razzia gegen diese Gruppe war von einem V-Mann des Verfassungsschutzes verraten worden. Schon das hatte in den Jahren danach immer wieder Zweifel an der Existenz der Gruppe geweckt.

"Damals hatte unter anderem der SPD-Abgeordnete Werner-Siegwart Schippel den Rücktritt des Verfassungsschutzchefs gefordert", merkte die Innenexpertin der Grünen, Ursula Nonnemacher, am Dienstag an. Der Generalstaatsanwalt habe in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verdacht geäußert, nach dem man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne.

Im Untersuchungsausschuss sei eine Reihe von Beweisanträgen gestellt worden, die auch den Komplex "Nationale Bewegung" umfasst hätten. Diese Anträge sollten nun im Ausschuss vorgezogen werden. "Wenn Rautenberg über konkrete Hinweise verfügt, wäre er ja auch selbst verpflichtet, diesen nachzugehen", sagte der CDU-Experte Jan Redmann. "Wir nehmen die Anschuldigen aber sehr ernst und können es uns auch nicht vorstellen, dass er das in den Raum stellt, ohne Beweise zu haben."