Um so größer jetzt die Freude: Den PDS-Mitgliedern im Innenausschuss wurde der noch streng geheime Entwurf für das "Finanzausgleichsgesetz" zugeschickt, um den es heftigen Streit in der großen Koalition gibt. Doch im Grunde ging alles auf eine Panne zurück: Eigentlich hatte Innenstaatssekretär Eike Lancelle (CDU) dem Innenausschusschef Christoph Schulze (SPD) das Papier nur zur vertraulichen Kenntnis zugeleitet, da sich beide bestens verstehen. So hatte sich dieser bei der V-Mann-Affäre immer vor den Verfassungsschutz gestellt. Doch Schulze hielt den Entwurf trotz eines handschriftlichen Vermerks von Lancelle für eine offizielle Drucksache, ließ ihn kopieren und verschicken. So kursiert das brisante Gesetz schon bei der Opposition, obwohl sich das Kabinett darüber noch nicht einmal einigen konnte. PDS-Innenpolitiker Stefan Sarrach findet, dass die Regierung es immer so machen sollte: "Das ist Musterdemokratie." E s kommt selten vor, dass ein Lied über einen Minister komponiert wird: Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) kann sich dessen rühmen. Die "Kuwi-Stars", eine Band von Dozenten der Frankfurter Europa-Universität Viadrina, hat-ten kurz nach dem Amtsantritt von Wanka vor zwei Jahren eine Lobeshymne über sie getextet - nach einer Melodie der DDR-Altrocker Puhdys. "Unsere Johanna ist schön. Sie will sich nicht vereinnahmen lassen. Mit ihr wird keine Uni gesprengt. Wir können uns voll auf sie verlassen." Inzwischen ist die damalige Euphorie allerdings geschwunden. Der Song wird nicht mehr gesungen. Zwar habe die Schönheit der Johanna nicht gelitten, so der Pianist Timm Beichelt. Doch reiche sie offenbar nicht, um die gegenwärtige Streichungswelle an der Viadrina zu verhindern.