Zu heftig war die Reaktion der entsetzten Lands- leute von New York bis San Francisco. Im Irak sind seit Kriegsbeginn mindestens 34 US-Soldaten gefallen. Der Blutzoll steigt mit jedem Tag, zumal die Iraker gegen den überlegenen Gegner offenbar verstärkt auf Guerilla-Taktiken setzen. In seinem Kampf ums Überleben dürfte sich der irakische Machthaber Saddam Hussein auch diese Frage immer wieder stellen: Wie viele Tote erträgt die US-Öffentlichkeit? Vor Somalia hatten die US-Bürger bereits einmal deutlich gezeigt, dass ihre Bereitschaft, Soldaten für hehre politische Ziele zu opfern, begrenzt ist. Der Stachel des Vietnam-Traumas sitzt bis heute tief im kollektiv en Bewusstsein der Menschen. In dem mörderischen Dschungel-Krieg fernab der Heimat starben zwischen 1965 und 1972 etwa 58 000 US-Soldaten. Nicht zuletzt wegen der kritischen Haltung in der Heimat zog die US-Regierung ihre Truppen schließlich zurück.
Genau dieses Kalkül liege auch der irakischen Kriegsstrategie zu Grunde, sagt die Nahost-Expertin Judith Kipper aus Washington. Das Ziel der irakischen Führung sei klar: "Möglichst viele Amerikaner töten."
Die jüngsten Umfragewerte deuten auf wachsende Zweifel in der US-Bevölkerung. Anfang der Woche glaubten nur noch 38 Prozent der vom Pew Research Institut befragten US-Bürger, dass der Krieg "sehr gut" verlaufe. Am ersten Kriegstag hatten dies noch 71 Prozent behauptet.