Die Kammer begründete dies damit, dass der Saal selbst keinen Urheberrechtsschutz beanspruchen könne. Der Saal wäre nur dann urheberrechtlich geschützt, wenn er aus der Masse des alltäglichen Baugeschehens herausragte, erklärte das Gericht. Der Saal erfülle jedoch lediglich zweckdienlich die technischen Anforderungen und sei im Übrigen "verbunden mit einem Hang zum Durchschnitt".

Hänsch zeigte sich nach der Urteilsverkündung enttäuscht und kündigte an, die Klage vor dem Oberlandesgericht Dresden weiterverfolgen zu wollen. Die Stadtverwaltung Dresdens schätzte die Entscheidung des Gerichts als "wichtigen Schritt beim Umbau des Kulturpalastes" ein. "Das Urteil zeigt, dass die Stadt durchaus das Recht hat, den Kulturpalast auch in seiner inneren Konzeption zu verändern und den modernen Anforderungen an ein Haus der Kultur anzupassen", äußerte ein Sprecher.

Das Gericht führte aus, mit der Neugestaltung des Mehrzwecksaals gehe keine Teilvernichtung einher. "Der Saal ist ersetzbar, ohne dass die räumliche Grundstruktur des Kulturpalastes betroffen wäre", sagte der Vorsitzende Richter. "Der Saal ist wie eine Kapsel mit eigener Innenwelt in das Gebäude eingelassen."

Bei ihrem Urteil folgte die Kammer dem Gutachten des ehemaligen Rektors der Bauhaus-Universität Weimar, Gerd Zimmermann, der Ende März in dem seit Juli 2011 laufenden Gerichtsverfahren seine Einschätzungen vorgestellt hatte. Der Stadtrat Dresden hatte Anfang April den Umbauplänen zugestimmt.

Die Stadt will noch in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen, der bis 2015 dauern und rund 80 Millionen Euro kosten soll. Der Stadtsprecher äußerte die Hoffnung, dass "Hänsch den Umbau vielleicht jetzt positiv begleitet."