Knapp sieben Jahre nach dem Erdrutsch von Nachterstedt (Salzlandkreis) mit drei Toten hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Der Verdacht einer fahrlässigen Tötung habe sich nicht erhärtet, teilte die Staatsanwaltschaft in Magdeburg am Dienstag mit. Bei dem Unglück waren am 18. Juli 2009 rund 4,5 Millionen Kubikmeter Erdreich in den Concordiasee gerutscht, drei Häuser wurden mitgerissen.

Keine Hinweise im Vorfeld

Es hätten sich keine Anhaltspunkte für eine strafrechtlich relevante Sorgfaltspflichtverletzung bei der Errichtung oder Pflege der abgerutschten Böschung ergeben, erklärten die Ermittler. "Die über Jahre sich verändernden Grundwasserverhältnisse, Strömungs- und Druckverhältnisse waren nicht sicher vorhersehbar." Es habe auch keine Hinweise gegeben, dass in Kenntnis eines bevorstehenden Erdrutsches Gegenmaßnahmen oder Evakuierungen unterlassen worden seien.

Der Concordiasee bei Aschersleben war aus einem Tagebau entstanden und eine Touristenattraktion. In der Region war bereits 1828 Braunkohle entdeckt worden, die erst in Stollen und von 1856 an im Tagebauverfahren gewonnen wurde, sagte der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Frank Baumgarten.

Der Tagebau Nachterstedt wurde bis 1965 betrieben, letzte Reste in Zusatzfeldern wurden bis 1994 abgebaut. Zum Zeitpunkt des Unglücks war der See noch nicht komplett gefüllt, der Wasserspiegel lag noch 20 Meter unter dem geplanten Niveau.

Nach dem Unglück wurde die Flutung des Sees zunächst gestoppt und mit der Sanierung der Böschungen begonnen. Die Leichen der drei Todesopfer im Alter von 48, 50 und 51 Jahren wurden trotz einer jahrelangen Suche nie gefunden.

Sanierung bis 2019

Eine erste Etappe der Sanierung soll bis 2017 abgeschlossen sein, um eine teilweise Nutzung des Sees etwa zum Baden wieder zu ermöglichen. Die komplette Sanierung soll dann bis 2019 fertig sein, erklärte die LMBV weiter. Danach soll der Wasserstand dann über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren steigen, um etwa 2027 bis 2029 auf den ursprünglich geplanten Stand zu kommen.