Der amerikanische Plüschbär ist gewissermaßen sein Schutzengel, damit auf den Reisen nichts Schlimmes passiert. Nun sitzt der kleine Teddy gemeinsam mit hunderten Artgenossen in der Weihnachtsausstellung im Müllroser Haus des Gastes.
Ab heute können Besucher der Schau "Mein Freund der Teddybär" die Geschichte des schwarzen Mini-Bären nachlesen. Die meisten Exponate der Müllroser Teddybären-Ausstellung stammen zwar von einem sächsischen Sammler. Das Besondere der Schau sind jedoch die zahlreichen Leihgaben von Teddy-Besitzern aus der gesamten Region. "Wir wollten auch die Geschichten zu den jeweiligen Plüschbären von den Leuten erfahren", sagt Ausstellungsleiterin Romy Werner. Schon am Telefon hätten die Leihgeber Episoden aus ihrem Leben mit dem charakteristischen Kinder-Spielzeug erzählt.
"Für Erwachsene ist der Teddy gewissermaßen Erinnerung an vergangene Zeiten, es gibt doch kaum jemanden, der als Kind keinen Teddy hatte", beschreibt Werner die Faszination des offenbar zeitlosen Spielzeug-Klassikers. So können Besucher beispielsweise nachlesen, wie der blonde Teddybär mit den geflickten Pfoten seinen Besitzer während der schrecklichen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg tröstete oder wie eine Krankenschwester einen kleinen grauen Plüschbären in Ehren hält, den sie einst von einem Patienten geschenkt bekam.
Viel zu sehen gibt es in der Teddy-Schau auch für Kinder. Ein wahrer Hingucker ist der täuschend echt aussehende Eisbär in Originalgröße gleich am Eingang. Das 2,70 Meter lange und anderthalb Meter hohe Tier mit weißem Zottelfell und gewaltigen Krallen ist Ergebnis einer Studienarbeit an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. In einem nachgestellten Wohnzimmer aus den 1930er Jahren tummeln sich große und kleine Teddys um einen Kaffeetisch. Gelüftet wird das Geheimnis der brummenden Plüschbärenstimme und der Entstehung von Teddybären. Anhand von Exemplaren aus der jeweiligen Zeit vermittelt die Schau zudem Einblicke in die hundertjährige Teddy-Geschichte.
Ein Teil der Ausstellung widmet sich den natürlichen Vorbildern der Teddys. Der Alternative Bärenpark aus dem thüringischen Worbis stellt sich vor, Schautafeln klären über Bärenarten und ihre Lebensräume in der Welt auf, informieren über den Jahrhunderte währenden Missbrauch der auf den ersten Blick tapsig-gemütlich erscheinenden Raubtiere als Kampf- und Tanzbären.
Parallel dazu läuft unter Federführung von Korinna Lerche, Leiterin vom Haus des Gastes, eine Spendenaktion. "Wer 4,25 Euro spendet, finanziert damit einen Plüschteddy für Kinder in Not, die in Unfälle oder andere Unglückssituationen verwickelt sind", sagt sie. Die braunen Kuschelbären fahren in den Rettungswagen von Polizei oder Feuerwehr mit, um Kindern Trost zu spenden. "Medizinisch ist nachgewiesen, dass die Plüschbären bei Kindern lebensgefährliche Schockzustände verhindern können", sagt Lerche. Im Müllroser Haus des Gastes seien bereits Spenden für 110 dieser Teddys gesammelt worden. Die Ausstellung ist bis zum 28. Januar 2007 zu sehen.