Bush nimmt am Wochenende an dem Gipfeltreffen der Pazifik-Anrainerstaaten (Apec) teil. "Wir neigen dazu, uns raschen Erfolg in der Welt zu wünschen", aber der "große Kampf" im Irak zwischen "der Ideologie der Freiheit und der Ideologie des Hasses" werde eine lange Zeit brauchen.
Der US-Präsident und die vietnamesische Führung betonten ihr Interesse am weiteren Ausbau der guten Beziehungen. Vietnams Präsident Nguyen Minh Triet und Bush begrüßten "den historischen Meilenstein" des bevorstehenden Beitritts Vietnams zur Welthandelsorganisation (WTO). Bush versicherte, dass er alles tun werde, damit die kürzlich im US-Kongress gescheiterte Initiative für die vollständige Normalisierung der Handelsbeziehungen zu Viet nam noch in diesem Jahr realisiert werden kann.
In der amerikanisch-vietnamesischen Erklärung wird auch auf die Bedeutung weiterer Reformen in Vietnam sowie der Rechtsstaatlichkeit und des Kampfes gegen Korruption verwiesen. Die positive Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen zeige, dass es möglich sei, historische Konflikte und Differenzen zum gemeinsamen Wohl zu überwinden, meinte der US-Präsident.
Bush wurde in Vietnam von Anfang an mit Symbolen der bisher bittersten Niederlage der USA konfrontiert. Auf der Fahrt vom Flughafen nach Hanoi passierte er nicht nur zahllose rote Fahnen mit dem gelben Stern. Die Karawane der Staatskarossen fuhr auch an jenem See vorbei, über dem der jetzige US-Senator John McCain 1967 als Marineflieger mit seinem Kampfflugzeug abgeschossen wurde - und dann für Jahre in Gefangenschaft geriet. "Unglaublich, dass wir hier sind", entfuhr es dem Präsidenten in Erinnerung an das Desaster, das mehr als 56 000 US-Soldaten das Leben kostete und die US-Gesellschaft tief spaltete.
Bush war vor den Gesprächen mit der vietnamesischen Führung mit dem australischen Ministerpräsidenten John Howard zusammengetroffen. Bush dankte Howard für die Unterstützung Australiens im Irakkrieg. Diskutiert wurden auch die Perspektiven im Irak nach der Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen. Howard betonte, dass Australien nicht daran denke, den Einsatz der 1300 australischen Soldaten im Irak vorzeitig zu beenden.
Bush wurde - anders als im Jahr 2000 der damalige US-Präsident Bill Clinton - von den Vietnamesen in Hanoi mit wenig Begeisterung empfangen. Relativ wenige Zaungäste standen an den Strassenrändern der Hauptstadt, als Bush vorbeifuhr. (dpa/roe)