Anlass der Anfrage war die Debatte um das "lautgetreue Schreiben": Dabei lernen die Kinder zunächst, jedem Laut einem Buchstaben zuzuordnen. Die Schüler schreiben die Worte dann so, wie sie sie hören - was dazu führen kann, dass sie sich manche Worte völlig falsch einprägen. Denn nur gut 50 Prozent der deutschen Worte werden tatsächlich so geschrieben, wie sie gesprochen werden. "Durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport werden grundsätzlich keine Vorgaben zur Anwendung pädagogischer Methoden gemacht", heißt es nun in der Antwort des Ministeriums. Die Methodenauswahl sei Sache der einzelnen Lehrkraft.

"Es werden deshalb keine Statistiken über die Verwendung spezieller Methoden erhoben", heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Auch bei den regelmäßig an Brandenburger Schulen durchgeführten Vergleichsarbeiten im Fach Deutsch werde nicht erfasst, welche Unterrichtsmethode in welcher Klasse angewandt wurde.

Gegenüber der RUNDSCHAU äußerte sich Wichmann empört. "Es ist ja schön und gut, dass es Methodenfreiheit gibt", sagte der Abgeordnete. "Aber wenn es nun um eine Methode eine Debatte gibt, muss man das doch zumindest mal evaluieren können." Es sei erschreckend, dass es nicht einmal eine Übersicht darüber gebe, auf welche Weise das Lesen und Schreiben an welcher Schule gelehrt wird. Der Abgeordnete kündigte an, das Thema zusammen mit seinem Fraktionskollegen Gordon Hoffmann weiter verfolgen zu wollen.