Die Schülerzahlen sind jedoch alarmierend. Ab dem Schuljahr 2011/12 wird die Zahl der potenziellen Studienanfänger aber voraussichtlich stark zurückgehen. Zwar machen dann zwei Jahrgänge wegen der Verkürzung des Abiturs auf zwölf Jahre ihren Abschluss, aber wegen des Geburtenknicks werden zehn Prozent weniger Schulabgänger als im Jahr zuvor erwartet. In den Folgejahren dürfte der Rückgang noch weit drastischer Ausfallen.Immerhin ist die Abiturquote inzwischen auf 47 Prozent gestiegen, im Bundesvergleich ein hoher Wert. Auch bei der Bruttostudierquote, die den Studienwunsch der Abiturienten an brandenburgischen Schulen beziffert - sei das Land mit 68 Prozent im 2008 ins Mittelfeld aller Bundesländer aufgestiegen. Tatsächlich lag die Zahl der Studienanfänger 2008 bei 33,7 Prozent. Im Wintersemester 2009/10 gab es in Brandenburg insgesamt 49 633 Studierende. "Wir hoffen natürlich, dass wir unsere Studentenzahlen halten können", sagte Münch. Für Brandenburg ist es überaus wichtig, den Stand von 2008 zu halten, um weiterhin Mittel aus dem Bund-Länder-Hochschulpakt zu bekommen. Allein in diesem Jahr fließen laut Wissenschaftsministeriums sieben Millionen Euro an die Hochschulen der Mark.Für die Hochschulen im Berlin-nahen Raum wie die Universität Potsdam oder die Fachhochschule Wildau ist der Geburtenknick ein weitaus geringeres Problem. Hier stammen nur bis zu einem Drittel der Studenten aus Brandenburg. Anders ist das an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) und der Hochschule Lausitz (FH), dort kämen viele Studenten direkt aus der Region. Daher müssten beide Hochschulen in Zukunft enger kooperieren, um keinen Einbruch zu erleben, sagte Münch. "Das ist eine Frage der Profilbildung", sagte sie der RUNDSCHAU. So müssten etwa Studiengänge zusammengelegt werden, damit beschäftige sich eine Expertenkommission. Bei ähnlichen Fächern wie dem Bauingenieurwesen kooperierten beide Hochschulen bereits. Zudem kündigte Münch an, an Brandenburgs Hochschulen könnte vom nächsten Jahr an der Zugang zu Masterstudiengängen flexibler geregelt werden. So sollen auch die Möglichkeiten für ein Teilzeitstudium erweitert und die Anerkennung einzelner Module im Fall eines Hochschulwechsels verbessert werden. Dazu müsse aber der Landtag noch im Herbst einen entsprechenden Beschluss fassen. Immerhin seien in Brandenburg bereits jetzt 95 Prozent aller Studiengänge auf die internationalen Abschlüsse umgestellt worden, sagte Münch. "Da sind wir bundesweit vorne." An der Umsetzung der Bologna-Reform, die auch auf eine größere internationale Vergleichbarkeit akademischer Abschlüsse abzielt, hatten sich 2009 bundesweit Studentenproteste für bessere Studienbedingungen entzündet.