Intendant Sewan Latchinian begrüßte am Sonntag in der „Spejbl & Hurvinek“ -Gala den 60 000. Besucher der Spielzeit 2005/2006. Damit steigerte das Senftenberger Theater die Besucherzahl gegenüber der Vorsaison wieder um 10 000. Die Auslastung liegt nach Mitteilung der Neuen Bühne nun bei 81 Prozent - im vergangenen Jahr waren 75 Prozent erreicht worden.
22 Neuinszenierungen sind in dieser Spielzeit zu erleben gewesen, darunter vier Uraufführungen und die viel diskutierte zweite deutsche Erstaufführung des Satire-Romans "Der moderne Tod" von Carl-Henning Wijkmark. Die Mitarbeiter der Neuen Bühne waren äußerst beflügelt in die Saison gegangen: Das Haus war immerhin im September 2005 punktgleich mit dem Hamburger Schauspielhaus, den Münchner Kammerspielen und dem Deutschen Theater Berlin von den 39 wichtigsten Kritikern des deutschsprachigen Raums in der Zeitschrift "Theater heute" zum "Theater des Jahres" gewählt worden. Diese Auszeichnung mit dem „Theater-Oscar“ kann als ein vorläufiger Höhepunkt der großen überregionalen Wahrnehmung und Akzeptanz der Senftenberger Theaterarbeit gewertet werden. „Diese Wahrnehmung verdeutlicht sich auch in einem stark gestiegenen Medieninteresse in allen wesentlichen deutschsprachigen Zeitungen, Fachzeitschriften, Rundfunksendern und Fernsehanstalten“ , stellt Anne Zwanzig, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit an der Neuen Bühne, fest. „Diese Berichterstattung hat ebenfalls zu einem gesteigerten überregionalen Besucherinteresse aus Dresden, Cottbus, Berlin und darüber hinaus beigetragen.“
Die überregionale Akzeptanz mündet auch im Interesse an Gastspielen - ob in Cuxhaven, Hamm, Ibbenbüren, Lippstadt, Marl, Nordhorn, Villingen-Schwenningen und Wetzlar oder international in Fribourg (Schweiz), in den norditalienischen Städten Brixen und Meran, in Finnland oder demnächst in Irland.
Die Schulen hielten mit fast 60 Schulabos der Neuen Bühne die Treue. Steigender Beliebtheit erfreuen sich die Veranstaltungsreihen wie „Kabarett á la carte,“ „Oper und Konzert exquisit“ , „Senftenberger Lesung“ , das Premieren-Abo und der 3-Euro-Tag. Schon Kultstatus hat die Reihe "Der Intendant lädt ein", in der prominente Besucher wie Peter Sodann oder Wolfgang Stumph mit dem Intendanten plaudern, kochen und anschließend das Publikum bewirten. Wermutstropfen: Nicht etablieren konnte sich das „Kasper-Abo“ . Die Puppenspiel-Reihe ist auf zu geringes Interesse gestoßen und wurde eingestellt.
Die Neue Bühne ist eine Baustelle. Abgeschlossen wurde die Sanierung des Funktionsgebäudes mit Studiobühne, Verwaltungstrakt und Kantine. Der zweite Bauabschnitt, die Sanierung des Hauptgebäudes mit umfangreichen brandschutztechnischen Maßnahmen wie dem Einbau eines eisernen Vorhangs hat im Mai begonnen. Teil der Sanierung sind auch eine neue Saalbestuhlung und die Klimatisierung des Zuschauerraumes.
Der Spiel- und Probenbetrieb läuft während der Bauarbeiten weiter, die bis zur Premiere des 3. GlückAufFestes unter dem Gesamtthema "Lachen" am 29. September im Wesentlichen abgeschlossen sein sollten. Denn an diesem Wochenende des 29./30. Septembers wird nicht nur die Spielzeit eröffnet, sondern auch das60. Theater-Jubiläum gefeiert. Geplant sind dabei unter anderem ein Festakt, die Buchpremiere "60 Jahre Theater in Senftenberg", eine Ausstellungseröffnung und ein Symposium. Aber am besten feiert ein Theater immer noch auf der Bühne: Das 3. GlückAufFest hat schon mal 16 der insgesamt 23 für die neue Spielzeit geplanten Inszenierungen im Programm.
Inszenierungen der Neuen Bühne im Amphitheater Großkoschen: „Ritter Runkels große Stunde“ heute und am Samstag, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 16 Uhr.
„Die Fledermaus“ am 19. August, 20 Uhr, 20. August, 16 Uhr.
„Camping, Camping“ am 23. und 24. August, jeweils 20 Uhr.
Ticket-Telefon 03573/8000 oder 03573/149 9010.