Manche der Konsumenten glaubten dagegen, der Satz hieße "Fühle das Differenzial" oder auch "Ziehe die Differenz". Englische Reklamesprüche großer Unternehmen werden noch nicht einmal mehr von der Hälfte der Deutschen verstanden, heißt es in einer Studie der Werbebranche aus dem vergangenen Jahr. Telekom, Siemens oder Adidas, kaum jemand wirbt noch in Deutsch. Seit Neuestem sieht auch die Unionsfraktion darin ein Problem: Gestern startete sie eine Initiative, das Englische wieder zu verdrängen. Wie weit man allerdings gehen will, darüber herrscht keine Einigkeit.
"Denglisch" oder "Angloteutonisch" oder schlichtweg "Kauderwelsch" ist nach Ansicht der Arbeitsgruppe "Sprachlicher Verbraucherschutz" nicht nur überflüssig, sondern grenzt 33 Prozent der Menschen aus, die kein Englisch verstehen. Die zahllosen englischen Begriffe führten dazu, dass viele "am Alltag nicht mehr teilnehmen können", meinte Mitinitiatorin Erika Steinbach (CDU). "Uns geht es nicht um Sprachfundamentalismus", ergänzte CDU-Verbraucherschutzbeauftragte Julia Klöckner. Aber bei einem "All-you-can-eat-Büffet" könne zumindest kurzfristig Verwirrung entstehen, was der Gast zu tun habe. "Die Deutschen werden zunehmend sprachlos", befürchtete überdies Gitta Connemann, Abgeordnete und Vorsitzende des Kuratoriums der Initiative Deutsche Sprache. "Deutsch ist eine Schatzkiste, die es zu entdecken gilt."
Werbern und Herstellern aber generell die Vermeidung englischer Begriffe und Pseudobegriffe nahe zu legen, da schieden sich bei den Unionsabgeordneten die Geister. "Man kann niemanden davor schützen, falsche Werbebotschaften zu formulieren, und das ist auch nicht unsere Aufgabe", setzte sich Wirtschaftspolitiker Laurenz Meyer vom Eifer seiner Kolleginnen ab. Erst bei unverständlich formulierten Sicherheitshinweisen höre der Spaß auf. Nun soll sich zunächst die Regierung als Vorbild dazu verpflichten, Gesetze, Verlautbarungen und Kampagnen in verständlicher deutscher Sprache abzufassen und auf ihre Unternehmen einzuwirken - etwa auf die Bahn und die Telekom.
Bei manchen Unternehmen ist die Botschaft allerdings schon längst angekommen. So kippte die Parfümkette Douglas ihren Slogan "Come in and find out", nachdem Konsumenten ihn als "Komm‘ rein und finde wieder raus" übersetzt hatten.