Das Weiße Haus präsentiert sie stolz an der Seite von Nicaragua, Ruanda, Georgien, Afghanistan und mehreren osteuropäischen Staaten als Beweis für die wachsende weltweite Unterstützung für den Krieg in einer Koalition der Willigen.
Über 40 Staaten sollen es inzwischen sein, die die USA militärisch, logistisch oder moralisch unterstützen. "Vermutlich liefern sie uns Papierservietten", spottete ein Kommentator im Fernsehen zu den Möglichkeiten der kleinen Staaten, aktive Hilfe zu leisten.
Doch für das Weiße Haus geht es darum, besonders der eigenen Bevölkerung zu zeigen, dass die USA und Großbritannien nach der Entscheidung für den Krieg ohne ausdrückliches UN-Mandat doch nicht allein stehen. Vielmehr wollten viele Staaten eine Entmachtung Saddam Husseins, wird betont.
Bushs Sprecher zählte die Bevölkerung in den über 40 Staaten zusammen und kam einschließlich der USA auf über eine Milliarde Menschen, die auf der Seite Washingtons stünden. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht sogar dieses Mal eine größere Koalition zusammen als im Golfkrieg von 1991. Das bezeichnete der Militärexperte Ivo Daalder als "glatte Lüge". "Selbst unsere wichtigeren Verbündeten wie Spanien, Italien und Bulgarien stellen keine Soldaten." An der Seite der USA stünden praktisch nur britische und australische Soldaten.
Die "Washington Post" berichtete, viele der Länder seien vom Weißen Haus lediglich gebeten worden, sich einfach als Unterstützer nennen zu lassen.
Für die meisten Staaten auf der Liste sei dies der einzige Beitrag zur "Koalition der Willigen".
In den USA selbst wird sie kaum hinterfragt. Dort kann die Regierung auch auf noch bessere Zahlen verweisen. So unterstützen nach jüngsten Umfragen bis zu drei Viertel der Bevölkerung ihren Präsidenten. (dpa/dst)