Das katholische Bistum Görlitz verfügt über ein Vermögen von rund 46,8 Millionen Euro. Das gab Generalvikar Alfred Hoffmann am Mittwoch vor Journalisten in Görlitz bekannt. Die 9700 Quadratkilometer große Diözese, zu der 19 Pfarrgemeinden und 28 700 Katholiken in Brandenburg und Sachsen gehören, verfügte demnach im vergangenen Jahr über Gebäude im Wert von 3,7 Millionen Euro und Wertpapiere im Umfang von 38,1 Millionen Euro. Darin nicht enthalten sind allerdings Pfarrkirchen und Gemeindehäuser, die Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde sind.

Von den Geldanlagen dienen 16,8 Millionen Euro der Pensionsrücklage für die Priester des Bistums. Zudem habe das Bistum eine Baurücklage gebildet, um auch größere Bauvorhaben in den nächsten Jahren bewältigen zu können. "Unser Geld ist überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren und Aktienfonds angelegt", sagte die für Finanzen zuständige Ordinariatsrätin Regina Pätzold. "Wir achten darauf, zum Beispiel nicht in Rüstungsgüter zu investieren." Ähnliches gelte für Firmen, die Abtreibungspillen herstellten oder für die Spekulation mit Agrarrohstoffen. "Wir achten auf Nachhaltigkeit." Zu den wichtigsten Einnahmequellen des Bistums gehören die Kirchensteuer, deren Erträge 4,6 Millionen Euro pro Jahr betragen, und Ausgleichszahlungen aus den westdeutschen Diözesen, die jährlich 4,1 Millionen ausmachen. 500 000 Euro jährlich erhält das Bistum als Staatsleistungen von den Bundesländern Brandenburg und Sachsen. Rund ein Drittel der Einnahmen werde vom Bistum direkt an die Pfarrgemeinden weitergeleitet.

Mit der Vorlage des Jahresberichts wolle das Bistum nach Angaben von Hoffmann vor allem für Offenheit und Transparenz sorgen. "Die Kirche ist niemals für sich selbst da, sondern immer ein Teil der Gesellschaft", sagte Hoffmann. Auch das Vermögen des Bistums diene grundsätzlich der Finanzierung der kirchlichen Arbeit. So betreibe das Bistum etwa zwölf katholische Kindertagesstätten, unterstütze Strafgefangene durch Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten und habe einen Fonds von 100 000 Euro für die Flüchtlingsarbeit aufgelegt. "Wir sind ein kleines Bistum und backen kleinere Brötchen", sagte Hoffmann. "Aber unser Haushalt ist solide."

Was man nicht von allen deutschen Diözesen sagen kann: Denn neben dem Bistum Görlitz stellten am Mittwoch auch die Bistümer Erfurt, Dresden-Meißen und Magdeburg ihren jeweiligen Jahresbericht vor. Während das Bistum Dresden-Meißen über ein Vermögen von rund 407 Millionen Euro verfügte, stellte sich die Lage vor allem in Magdeburg dramatisch dar: Bedingt durch Millionenverluste der bistumseigenen Immobilienfirma Gero AG stehen dem Vermögen der Diözese in Höhe von 63,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten in Höhe von 46 Millionen Euro gegenüber.

Zum Thema:
Das Bistum Dresden-Meißen hängt auch von den westdeutschen Bistümern ab. Das geht aus dem veröffentlichten Jahresbericht 2014 vor, in dem das Bistum erstmals seine Vermögensverhältnisse offenlegte. Der Gesamtabschluss zeigt die Abhängigkeit von Transferleistungen der westdeutschen Geberbistümer: Allein 17,8 Millionen Euro kamen aus den finanzstärkeren West-Bistümern. Insgesamt nahm das Bistum 74,2 Millionen Euro ein. Dem standen Ausgaben von 71,1 Millionen Euro gegenüber. Personalkosten mit 31,2 Millionen Euro waren dabei der größte Posten. Das Immobilienvermögen aus Grundstücken wird mit 53,6 Millionen Euro angegeben. Zudem hat das Bistum ein Anlagevermögen von insgesamt 272,6 Millionen Euro, darin enthalten ist ein Pensionsfonds mit 95,2 Millionen Euro.