Eine Beitragsfreiheit für die Eltern lehnte er ab.

"Es ist ein Skandal, dass es bisher alle Bildungs- und Finanzminister zugelassen haben, dass diese Kita-Mittel im Landeshaushalt versickern und nicht dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden", sagte Böttcher. Von 2008 bis 2014 habe es vom Bund insgesamt 79 Millionen Euro für die Gemeinden gegeben. Ab 2015 seien es jährlich 35 Millionen Euro.

Jeder vierte Kita-Platz im Land ist nach Angaben des kommunalen Spitzenverbandes seit 2008 neu entstanden. Nur mit großen Kraftanstrengungen konnte der seit August 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Platz für Kinder ab dem vollendeten ersten Jahr umgesetzt werden. Gute Kitas brauchten aber auch eine gute Finanzierung, sagte Böttcher. Die Anforderungen seien hoch: individuelle Förderung, lange Öffnungszeiten, gesunde Ernährung und ansprechende Ausstattung.

Den Gemeinden dürften bei der Erhebung von Kita-Elternbeiträgen keine Steine in den Weg gelegt werden. Dieser Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge werde schon jetzt am stärksten subventioniert, sagte Böttcher. Mehr als 70 Prozent der Kita-Kosten würden aus dem allgemeinen Steueraufkommen beglichen. Die Gemeindevertreter seien am besten in der Lage, die Elternbeiträge angemessen festzulegen und sozialverträglich zu staffeln.