"Ein netter Kerl" sei der heute 14-Jährige gewesen, dessen Behinderung kaum aufgefallen sei, sagt Sozialarbeiter Christian Lehnigk. Er betreut gemeinsam mit einer Kollegin im Treff Kinder im Alter von sechs bis etwa zwölf Jahren. Derzeit zeige sich, dass viele Eltern mit ihren Kindern über den schrecklichen Fall reden. Fragen oder Bemerkungen der Kinder gebe es eher wenige.

Der Junge war über mehrere Wochen in der Wohnung des Mannes versteckt und soll - so der Vorwurf der Ermittler - von dem Taxifahrer sexuell missbraucht worden sein. Der 52-Jährige bestreitet das.

Gerade die Gemengelage lässt die Sozialarbeiter aufhorchen. Ulrich Thorhauer, Leiter des Freizeitladens der Arbeiterwohlfahrt gleich um die Ecke, sagt: "Wir sollten bei aller verständlichen Empörung die Ermittlungen abwarten." Lehnigk und Thorhauer versichern, dass die Mitarbeiter beider Häuser ein Auge auf mögliche Anzeichen eines Missbrauchs oder Misshandlungen hätten. Im Zweifel würden Polizei und Jugendamt eingeschaltet. Das sei auch vereinzelt vorgekommen. "Man muss die Kinder und Jugendlichen gleichzeitig stark machen, damit sie selbst erkennen, wo Gefahren sind", sagt Thorhauer. Schließlich könne nicht alles und jeder beobachtet werden. Der aktuelle Fall zeige, dass man Menschen kaum hinters Gesicht schauen kann.

Im Freizeitladen wie im Kindertreff werde sowohl offensiv mit den Kindern geredet, man stehe aber auch für Fragen und Gespräche für einzelne Kinder zur Verfügung.

Christian Lehnigk hat für den Kindertreff, den die Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS) betreibt, festgestellt, dass mehr Eltern sich intensiver um ihre Kinder kümmern, wissen wollen, was sie in ihrer Freizeit und gerade in den Ferien machen.