Nach Angaben von Ines-Chef Claus Bogner von gestern wird gegen Schommer wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Bogner unterstrich, der Vertrag mit dem "Grünen Punkt" sei erst kurze Zeit nach dem Ausscheiden Schommers aus der Regierung im April 2002 zustande gekommen. Die Ermittlungen beziehen sich somit nicht auf seine Zeit als Minister. Schommer wies unterdessen die Vorwürfe zurück. Sie seien "absurd".
Bereits am Dienstagmorgen durchsuchten Ines-Fahnder Schommers Wohnhaus in Ullersdorf bei Dresden, in dem der Ex-Minister auch die Büroräume seiner Unternehmensberatung unterhält. Die Fahnder nahmen Akten und Geschäftspapiere mit. Der Hauptverdächtige ist nach Angaben Bogners der damalige DSD-Vorstandschef Wolfram Brück, dessen Wohnhaus in Köln zeitgleich durchsucht wurde.
Laut Bogner besteht der Verdacht, dass der Ex-Politiker von Anfang an nur einige politische Termine wahrnahm, nicht jedoch die vertragliche Beratungsleistung lieferte. Die weiteren Ermittlungen würden nun in Köln und in Dresden geführt. Wann die Auswertung der Unterlagen abgeschlossen sei, sei noch nicht absehbar.
Schommers Anwalt, Stefan Heinemann, hält die Vorwürfe für "an den Haaren herbei gezogen". Er habe zwar noch keine Akteneinsicht nehmen können, gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe gegen seinen Mandanten bald wieder fallen gelassen werden müssten.
Schommer war von November 1990 bis April 2002 Wirtschaftsminister. Mit dem Rücktritt von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) zog er sich aus der Politik zurück und arbeitete als Unternehmensberater. (ddp/mb)