Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat knüpfte damit an die legendäre Rede des damaligen Oberbürgermeisters Ernst Reuter (SPD) vor dem Berliner Reichstag am 9. September 1948 an.
Es war ein sonniger Donnerstag im Spätsommer, als Reuter vor 60 Jahren während der sowjetischen Blockade der Stadt und der anschließenden Luftbrücke vor Hunderttausenden Berlinern einen verzweifelten und doch auch kämpferischen Appell an die Welt richtete, die Berliner in ihrer schweren Stunde nicht alleinzulassen: "Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!"

Sowjetische Blockade
Die Sowjets hatten die West-Sektoren der Stadt seit dem 24. Juni von allen Versorgungswegen zu Lande und zu Wasser abgeschnitten. Die 2,1 Millionen West-Berliner wurden durch die westalliierte Luftbrücke über ein Jahr lang bis in den Sommer 1949 aus der Luft versorgt.
Mit rund 277 000 Flügen brachten die West-Alliierten etwa 2,3 Millionen Tonnen lebenswichtiger Güter wie Lebensmittel, Kohle und Treibstoff in die abgeschnittene Stadt.
Für die betroffenen Berliner bedeutete die Blockade dennoch zum Teil dramatische Einschränkungen ihres Alltagslebens. Gleichzeitig forderte das aber auch den Zusammenhalt und den Widerstandswillen auf der "Insel im roten Meer" heraus. Reuter sprach ihn vor dem Reichstag in Hörweite des Ost-Sektors hinter dem Brandenburger Tor auch deutlich an.
Diese Widerstandskraft werde "größer und stärker werden, bis die Macht der Finsternis zerbrochen und zerschlagen sein wird. Und diesen Tag werden wir an dieser Stelle, vor unserem alten Reichstag mit seiner stolzen Inschrift "Dem Deutschen Volke" erleben und werden ihn feiern mit dem stolzen Bewusstsein, dass wir ihn in Kümmernissen und Nöten, in Mühsal und Elend, aber mit standhafter Ausdauer herbeigeführt haben (. . .). Dann werden unsere Züge wieder fahren nicht nur nach Helmstedt, sie werden fahren nach München, nach Frankfurt, Dresden und Leipzig (. . .).
Das Volk von Berlin hat gesprochen. Wir haben unsere Pflicht getan, und wir werden unsere Pflicht weiter tun (. . .). Und Volk von Berlin, sei dessen gewiss, diesen Kampf, den wollen, diesen Kampf, den werden wir gewinnen!"
Doch es war noch ein langer Weg, bis "das letzte nichtdisponierte Stück des Deutschen Reiches", das noch Jahrzehnte unter Vormundschaft der Siegermächte stehen sollte, wieder zur Hauptstadt eines vereinten Deutschlands wurde.

Tempelhof-Ende eingeläutet
Noch im September 1948 sprengten SED-Demonstranten die gemeinsame Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin in dem im Ostteil gelegenen Berliner Rathaus, im Westen wurde bis zur Wiedervereinigung das Rathaus Schöneberg Regierungssitz. Daran erinnert heute auch eine Gedenkveranstaltung im wieder gemeinsamen Parlament im ehemaligen Preußischen Landtag, bei der auch Reuter gewürdigt wird.
Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 wurde auch das allmähliche Ende des Flughafens Tempelhof eingeläutet, der nicht nur das Herz der Berliner Luftbrücke, sondern über lange Jahre das "Fenster zur Welt" für die eingeschlossenen West-Berliner war. Seine Tage sind gezählt, Ende Oktober wird kurz vor Mitternacht das letzte Flugzeug von dieser Rollbahn starten.
Auch an diesen, vielen Berlinern unvergesslichen Abschnitt der Geschichte hatte Obama an der Siegessäule erinnert: "Wir verfügen über eine Partnerschaft, die in diesem Sommer vor 60 Jahren wirklich begonnen hat - an jenem Tag, als das erste amerikanische Flugzeug der Luftbrücke in Tempelhof landete."