Also, mussten Sie sich eines Besseren belehren lassen?
Das kann man so sagen. Die Bürger haben mit den Füßen abgestimmt. Statt der Standardkennzeichen für die Kreise haben Tausende auf die Alt-Nummernschilder zurückgegriffen.

Weil die Identifikation mit der Stadt, in der sie leben, größer ist?
Sicher. Aber auch, weil Identität mit einem neuen Kreis nicht in acht Jahren wächst. Solange liegt die zweite Kreisgebietsreform in Sachsen zurück. 1990 hatten wir im Freistaat 48 Kreise und sieben kreisfreie Städte - also 55 Kennzeichen. Heute sind es noch zehn Landkreise und drei Kreisfreie.

Das heißt, Sie sind guter Hoffnung, dass mit der Zeit die Akzeptanz für und die Identität mit dem neuen Kreis wächst?
Davon bin ich überzeugt. In Nordrhein-Westfalen hat es 1969 die letzte Kreisgebietsreform gegeben. Nach mehr als 45 Jahren sind dort natürlich Strukturen und Zugehörigkeiten zu Landkreisen entstanden. Zu Kfz-Kennzeichen von einst gibt es kaum noch Beziehungen.

Mit André Jacob

sprach Christian Taubert