Vor der Tat hat er nach eigenen Angaben stundenlang mit einem Bekannten auf einer Playstation Wrestling gespielt. Aus Frust über die Niederlagen in dem Computerspiel mit Schlägen und Tritten gegen Körper von Ringern sowie aus Ärger über eine Polizeikontrolle habe er das Opfer getreten und geschlagen. Die Gewalt-Bilder aus dem Computer seien plötzlich in seinem Kopf gewesen. „Ich wollte sehen, wie sehr ich ihn verletzen kann“ , sagte der Angeklagte. Tötungsabsichten bestritt er.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-Jährigem Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vor. Bei Anwendung des Jugendstrafrechts drohen bis zu zehn Jahre Haft. Gegen den Bekannten, der bei der Tat anwesend war, wird gesondert ermittelt. Am Montag soll ein Gutachter klären, ob Gewaltspiele die Schuldfähigkeit beeinflussen können.

Unterdessen gehen die heftigen Diskussionen um gewaltverherrlichende Computerspiele weiter. Diese waren nach dem Amoklauf eines 18 Jahre alten Schülers in Emsdetten entbrannt. (Eig. Ber./sw)