Was auch für den Potsdamer Landtag gilt: Erst vor Kurzem wurde im Stadtschloss der Kantinenpächter gewechselt. Doch die Begeisterung der Landtagsnutzer für den neuen Betreiber hält sich derzeit noch arg in Grenzen.

Am vergangenen Dienstag etwa vermissten nicht nur die Journalisten bei den Fraktionspressekonferenzen den gewohnten Kaffee.

Auch die SPD-Fraktion musste wegen einer organisatorischen Panne ganz ohne Verpflegung auskommen. Und der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann erinnert sich mit Grauen an das, was ihm im Landtagsgebäude kürzlich aus einer der Thermoskannen entgegenkam. "Ich weiß gar nicht, wie man eine Kaffeemaschine so verkehrt bedienen kann, dass der Kaffee so daneben schmeckt", sagt Hoffmann.

Andere an der Sitzung teilnehmende Abgeordnete teilten seine Meinung - die braune Brühe ging zurück. Neuer Kaffee wurde bestellt. Manchem schmeckte er besser. "Ich habe das nicht mehr angerührt", sagt der Prignitzer Landtagsabgeordnete. "Ich hatte Angst vor dem Kaffee."

Was viele Fraktionsmitarbeiter allerdings wirklich ärgert, sind die Preise: Eine Thermoskanne mit sieben Tassen Kaffee kostet im Landtag mittlerweile mehr als sechs Euro, und wer die Konferenzgetränke mit weniger als drei Tagen Vorlauf bestellt, muss einen Servicezuschlag entrichten.

Landtagssprecherin Katrin Rautenberg hat von solchen Problemen bislang noch nichts gehört. "Für den Vertrag mit dem Kantinenpächter ist der Betreiber des Landtags, die BAM, zuständig", sagt die Landtagssprecherin. Bei eigenen Veranstaltungen des Landtags werde das Catering ohnehin ausgeschrieben: "Wir schreiben immer mehrere Anbieter an", sagt Rautenberg. "Und wir nehmen natürlich immer das wirtschaftlichste Angebot."