"Am Ende kann dies sogar zu einer falschen Diagnose führen", warnte Bodendieck. Vor allem bei der Benutzung medizinischer Fachbegriffe sieht der Verbandschef Probleme. "Die sprachlichen Grundkenntnisse sind zwar vorhanden, aber die besonders wichtigen Feinheiten fehlen." Selbst deutschen Kollegen falle es gelegentlich schwer, ältere Menschen oder Patienten mit Dialekten zu verstehen. Bei ausländischen Ärzten könne dies zu erheblichen Irritationen führen. Um ein höheres Sprachniveau bei ausländischen Kollegen zu garantieren, plädiert die Ärztekammer für eine stärkere Überprüfung der Kenntnisse. "Neben den Sprachtests über die Grundkenntnisse der deutschen Sprache sollte es auch medizinische Sprachtests geben", forderte Bodendieck. Darüber hinaus sollten beim Kontakt mit den Patienten stets deutschsprachige Kollegen dabei sein. "Sie können die ausländischen Ärzte bei der Verständigung unterstützen", sagte Bodendieck. Um ausländische Mediziner zu gewinnen, setzt die Ärztekammer auf Österreicher. Weil es in Österreich ein Überangebot an Medizinern gebe, werbe die Ärztekammer um Nachwuchs aus diesem Land für den Freistaat. Im vergangenen Jahr seien 82 österreichische Ärzte in Sachsen tätig gewesen. In Sachsen sind nach Angaben der Kammer derzeit 1249 ausländische Mediziner tätig. Ein Großteil stammt aus Osteuropa. ddp/mb