Herr Zenker, "Großräschen am See" - wie klingt das für Sie„
Das ist für uns eine gute Aussicht. Wir haben lange damit geworben. Der heutige Flutungsbeginn im ehemaligen Tagebau Meuro hat für unsere Stadt-Chronik natürlich eine ganz besondere Bedeutung. Wir beginnen, unser neues Leitbild "Seestadt Großräschen - Wohnen und Arbeiten an neuen Ufern" umzusetzen.

Wie wird die Seestadt künftig für Einwohner und Besucher erlebbar“
In erster Linie schon am Ufer des Ilse-Sees im Süden der Stadt. Neben dem offiziellen Flutungsakt heute wird Ministerpräsident Matthias Platzeck aber auch ein Schild "Seestadt Großräschen" am Markt enthüllen. Wir zeigen selbstbewusst, im Herzen der Stadt, wo unsere Zukunft liegt.

Wie haben sich bisher die IBA und der Landschaftswandel in der Region auf die Stadt ausgewirkt„
Die positive Aufmerksamkeit durch die Aktivitäten der IBA und der Imagegewinn durch den Landschaftswandel in der Region sind unbestritten. Die Perspektive Ilse-See hat viele kleine und mittlere Unternehmen angelockt. Manch Investor ist deshalb zumindest zum zweiten Besuch angetreten. Nicht umsonst hat die Landesregierung uns als regionalen Wirtschaftskern Westlausitz aufgenommen.

Aus dem einstigen Ledigenwohnheim der Ilse-Bergbau AG nahe dem Seeufer wird zurzeit ein Hotel. Ist damit der letzte Baustein an den IBA-Terrassen gelegt“
Der letzte nicht, aber ein wesentlicher. Denn große Tourismusunternehmen haben bei dem Projekt stets die Hände gehoben und uns gesagt, wir sollten in zehn Jahren wieder anklopfen, wenn das Wasser im See ist. Jetzt hat der Großräschener Unternehmer Gerold Schell stede das schlossähnliche Objekt übernommen und will nach der Sanierung schon im Juli erste Gäste empfangen. Für den Wirtschaftsstandort und das IBA-Ensemble ist dies von enormer Bedeutung.

Der Senftenberger Stadtplaner Wolfgang Joswig kann sich im Jahre 2015 eine Bundesgartenschau im Lausitzer Seenland vorstellen. Ist das für Sie realistisch?
Großräschen allein kann das sicher nicht leisten. Aber als Wachstumskern oder mit Senftenberg gemeinsam will ich das nicht ausschließen.

Mit THOMAS ZENKER sprach Christian Taubert