Wer sollte sich impfen lassen?
Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt die Impfung insbesondere Älteren, chronisch Kranken und Schwangeren. Denn bei ihnen kann eine Grippe -Infektion zu schweren Komplikationen führen. Allerdings bietet die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz. Das betrifft laut Walger vor allem Senioren, weil deren Immunsystem grundsätzlich weniger gut auf Impfungen anspricht. "Aber besser ein kleiner Schutz als gar keiner", betont der Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten. Bei Geimpften verlaufe eine Infektion milder als bei Ungeimpften.

Wann sollte man sich impfen lassen?
Der beste Zeitpunkt ist dem RKI zufolge ein Termin im Oktober oder November. Nach der Impfung ist der Schutz in zehn bis 14 Tagen aufgebaut. Wichtig ist es, möglichst gesund zu sein. "Man sollte sich nicht bei einer frischen, fiebrigen Erkältung impfen lassen", rät Walger. Denn verschlechtert sich danach der Zustand des Patienten, sei es schwierig zu sagen, ob sich der eigentliche grippale Infekt verschlimmert oder es eine Nebenwirkung des Serums ist.

Was spricht gegen die Impfung?
Laut Walger gibt es kaum Gründe, die dagegen sprechen. Das gilt trotz der Tatsache, dass die Impfung bei einem trägen Immunsystem eventuell weniger wirksam ist. Wer allerdings eine Eiweißallergie hat, ist derzeit gekniffen: Denn abgesehen von dem Novartis-Produkt werden Walger zufolge alle Grippeimpfstoffe auf Hühnereiweißbasis hergestellt.

Welche Effekte kann die Impfung noch haben?
Die Grippe-Impfung hilft, Sekundärinfektionen zu vermeiden. Nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte verhindert sie zum Beispiel grippebedingte Blutvergiftungen, durch die junge Menschen besonders gefährdet sind. "Die Grippe ist auch Wegbereiter für bakterielle Lungenentzündungen", ergänzt Walger. Wer also vor der Influenza geschützt ist, ist damit auch gegen die Pneumonie gewappnet. Allerdings könne niemand davon ausgehen, aufgrund der Impfung im Winter weniger Erkältungen als sonst zu bekommen. Davor schütze die Impfung nicht.

Woran erkennt man eine Grippe?
Die Grippe ist eine ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege. Auslöser ist das Influenza-Virus, das meist durch Tröpfcheninfektion – also beim Niesen, Husten oder Sprechen – von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine Grippe meldet sich plötzlich mit Fieber, großer Abgeschlagenheit sowie heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Durch das geschwächte Abwehrsystem wird der Körper auch für schwere Infektionen anfälliger. Herzmuskel- und Lungenentzündung können die Folge sein.