"Gott ist bei dem, der flieht", sagte der Theologe gestern in der Bartholomäuskirche am Berliner Friedrichshain.

Dort führte ihn Landesbischof Markus Dröge in eines der wichtigsten Ämter der rund eine Million Mitglieder zählenden Landeskirche ein: Als Propst ist Stäblein Stellvertreter des Bischofs in der Kirchenleitung und obendrein für die geistliche Leitung der Kirchenverwaltung, des Konsistoriums, zuständig.

Im Einführungsgottesdienst kündigte Stäblein an, nach neuen Wegen suchen zu wollen, "mit denen sich Himmel und Erde zusammenbringen lassen, neue Wege für uns, für die Kirche, für die EKBO." Das wird auch nötig sein, denn seit ihrer Gründung 2004 hat die evangelische Landeskirche in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen rund 300 000 Gemeindeglieder durch Sterbefälle, Wegzüge und Austritte verloren. Stäblein blieb dennoch zurückhaltend: "Himmelsleitern können wir nicht bauen, es gibt keinen Katalog dafür, keine Bastelanleitung", sagte Stäblein, der vor seinem Wechsel nach Berlin Leiter eines Predigerseminars der hannoverschen Landeskirche im Kloster Loccum war. Privat stammt der Theologe aus einer Pfarrersfamilie: Seine Mutter Oda-Gebbine Holze-Stäblein wurde als Sprecherin des "Wort zum Sonntag" bundesweit bekannt.

Mit seiner Amtseinführung sind nun auch die Personalrochaden in der evangelischen Landeskirche zu einem Ende gekommen: In den letzten beiden Jahren hatte die Landessynode der EKBO bekanntlich gleich drei Führungspersönlichkeiten die Wiederwahl verweigert - neben der bisherigen Pröpstin Friederike von Kirchbach wurden auch die Verträge des obersten Kirchenjuristen Ulrich Seelemann und des Vorsitzenden des Kirchenparlaments, Andreas Böer, von den Kirchenparlamentariern nicht verlängert.